Zwei Filmstreifen gleichzeitig in einer Kamera belichtet — klassisch für Mattierungen und Spezialeffekte vor der Digitalisierung. Heute nur noch bei Archivarbeiten relevant.
Im Bipack-Verfahren liefen zwei Filmstreifen gleichzeitig durch die Kamera — einer hinter dem anderen, beide in der gleichen Belichtungsebene. Das war die Arbeitsweise für optische Mattierungen und viele klassische Spezialeffekte, bevor digitale Compositing-Verfahren verfügbar waren. Der vordere Film (oder die Maske) steuerte, welche Bildteile auf dem hinteren Film belichtet wurden. So entstanden aufwendige Komposit-Aufnahmen ohne Optischen Printer — direkt im Kameranegativ.
Die praktische Anwendung war bestechend simpel, aber materialintensiv. Eine schwarz-weiße Maske vor der Linse belichtet das Licht nur in den transparenten Bereichen des hinteren Films. Im zweiten Durchgang — oder parallel mit zwei Kameras — ließ sich der nächste Layer hinzufügen. Zwei-Streifen-Systeme ermöglichten so Prozesse, die sonst nur am Optischen Printer zu realisieren waren: Überblendungen zwischen Szenen, Vordergrund-Mattierungen, Mehrfach-Expositionen. Die Qualität hing davon ab, wie präzise die Masken geschnitten und registriert waren.
Heute trifft man Bipack-Kameras nur noch bei Archivarbeiten und Restaurierung an — wenn alte Negative digitalisiert oder Effekt-Negative gescannt werden müssen, die mit dieser Methode hergestellt wurden. Der Vorteil damals: Das fertige Komposit lag sofort im Negativ, ein separater Optischer Printer war nicht nötig. Der Nachteil: absolute Präzision erforderlich, Materialverschleiß, und jeder Fehler war nicht mehr zu korrigieren. Mit modernem DI-Workflow hat sich das längst erledigt — wer jedoch mit älteren Materialien arbeitet, muss verstehen, wie diese Aufnahmen entstanden sind, um sie korrekt zu scannen und zu restaurieren. Die Bipack-Technik war eine elegante Lösung für ihre Zeit.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Was beschreibt „Bipack" am besten?
2. Zu welchem Department gehört „Bipack"?