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IATSE Local 659
Produktion

IATSE Local 659

Murnau AI illustration
iatse international film union uniatec

Die Gewerkschaft der Kameraleute und Grips in Kalifornien — ohne Mitgliedschaft keine legale Arbeit an großen US-Produktionen. Verhandelt Gagen, Arbeitszeiten und Equipment-Standards.

Wer in Kalifornien als Kameramann, Grip oder im Camera Department arbeitet, kommt um Local 659 nicht herum — zumindest nicht bei Productions mit echtem Budget. Die Gewerkschaft regelt nicht nur, wer wo arbeiten darf, sondern bestimmt auch, wie viel verdient wird, wie lange der Arbeitstag läuft und welche Standards für Equipment gelten. Ohne Card bleiben nur Low-Budget-, Independent- oder Out-of-State-Projekte. Die großen Studios, Streaming-Dienste und etablierten Production Companies arbeiten fast ausschließlich mit Local 659-Mitgliedern — nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil die Verträge es vorsehen und die Versicherungen das verlangen.

Die Kraft von Local 659 liegt in den Collective Bargaining Agreements — detaillierte Verträge, die Mindestraten für verschiedene Positionen (DP, Focus Puller, Steadicam, Key Grip, Best Boy) festlegen, Tagesraten, Turnaround-Zeiten zwischen Drehtagen, Überstundenregelungen und sogar die maximale Gewichtung von Equipment vorschreiben. Ein Kameraassistent verdient nicht, was der Producer anbietet — er verdient, was Local 659 in diesem Jahr für diese Rolle ausgehandelt hat. Das schafft Stabilität und verhindert, dass Produktionen durch Lohndumping kalkulieren. Gleichzeitig ist die Gewerkschaft pragmatisch: Es gibt unterschiedliche Agreement-Levels für Studio-Features, Independent Productions unter bestimmten Budget-Schwellen und Streaming-Deals.

Wer Local 659 beitreten will, muss meist schon Referenzen und dokumentierte Erfahrung vorweisen — das ist kein offener Zugang. Die Card selbst kostet Aufnahmegebühren und monatliche Dues (Gewerkschaftsbeiträge). Dafür stehen Jobboards, Pensionspläne, Health Insurance und die Sicherheit zur Verfügung, dass die Arbeitsbedingungen nicht beliebig verschlechtert werden können. Auf großen Sets sind 1st AC und Key Grip oft Local 659-Mitglieder; sie kontrollieren inoffiziell auch, dass die Arbeitszeiten eingehalten werden. Eine Production, die 16-Stunden-Tage fahren möchte, kommt damit nur durch, wenn die Gewerkschaft zustimmt — und das geschieht selten. Local 659 hat gelernt, dass Erschöpfung zu schlechteren Aufnahmen führt.

Die Verhandlungen mit den Studios sind hart: 2023 stand Local 659 bereit, sich den Streiks der IATSE anzuschließen, wenn die Forderungen zu Stunden und Streaming-Raten nicht erfüllt würden. Das zeigt den Biss. Für einen DoP ist Local 659 nicht direkt relevant — der fällt meist unter DGA oder andere Kategorien — aber das Camera Department zu managen bedeutet, mit den Strukturen und Raten der Gewerkschaft zu rechnen. Wer mit kalifornischen Crews arbeitet, arbeitet de facto mit Local 659.

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