Dachverband für Filmschaffende — koordiniert Arbeitsstandards, Honorare und Arbeitsbedingungen weltweit. Vertritt Kameramänner, Cutter, Ton- und Lichttechniker in Tarifverhandlungen.
Am Set zeigt sich schnell: Ohne klare Standards geht nichts. Die Internationale Film-Union schafft genau das — sie legt fest, wie lange Filmschaffende arbeiten dürfen, was ihre Arbeit kostet und welche Bedingungen einzuhalten sind. Nicht in einem einzelnen Land, sondern weltweit. Das klingt bürokratisch, aber wer nach Ungarn oder Bulgarien zum Drehen fährt und weiß, dass Tagesgage und Ruhezeiten geschützt sind — das ist der Union zu verdanken.
Praktisch funktioniert das so: Die Union vertritt ihre Mitglieder in Tarifverhandlungen mit Produktionsunternehmen. Ein DP verhandelt nicht allein über seinen Tagessatz; die Union sitzt am Tisch und setzt durch, dass die Branche einen Standard respektiert. Das gilt für Kameramänner, Cutter, Tontechniker, Lichttechniker — alle technischen und künstlerischen Berufe im Film. Sie koordinieren auch, dass ein deutscher Kameramann in Spanien nicht plötzlich unter lokalen Dumping-Löhnen arbeitet. Das schützt die gesamte Branche vor Abwärtsdruck.
Was unterscheidet sie von nationalen Berufsverbänden? Während die einzelnen Länder-Verbände (etwa die deutsche Filmschaffenden-Organisation oder britische Pendant-Bodies) lokale Tarifverträge aushandeln, agiert die Internationale Film-Union übergreifend. Sie setzt Mindeststandards, die länderübergreifend Geltung haben. Das ist relevant, weil große Produktionen heute multinational sind — ein Film wird in drei Ländern gedreht, und jeder Kameramann soll faire Bedingungen haben, egal wo. Die Union koordiniert auch Fragen der digitalen Infrastruktur, der Kredit-Anrechnung und der Altersvorsorge für Freelancer.
Auf dem Set wirkt das indirekt: Arbeitszeiten sind klar definiert (der 12-Stunden-Tag ist geschützt), Überstunden sind kalkuliert, und das Honorar liegt in einem definierten Bereich — nicht beliebig. Für Produzenten bedeutet das Planungssicherheit, für Filmschaffende Schutz. In Verhandlungen stehen nicht individuelle Forderungen im Raum, sondern die Richtlinien der Union. Das verschafft einer Position Gewicht.
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