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IATSE
Produktion

IATSE

Murnau AI illustration
gatt general agreement on tariffs and trade iatse local 659 international association of sound and audiovisual archives international film union

Nordamerikanische Gewerkschaft für Bühnen- und Filmtechnik — vertritt Kamera, Licht, Grip und VFX und verhandelt die Tarife, an denen sich Produktionen orientieren.

Wer am Set in Nordamerika arbeitet, kommt an der IATSE nicht vorbei — die International Alliance of Theatrical Stage Employees ist die Gewerkschaft, die Arbeitsbedingungen, Löhne und Rechte von Kameraleuten, Beleuchtern, Grips und Gaffern definiert. Sie organisiert technische Crews in Film, Fernsehen und Live-Events und hat weltweit etwa 150.000 Mitglieder. Konkret bedeutet das: Tarifverträge statt Einzelverhandlungen, Pensionsfonds, Versicherungsschutz und festgelegte Arbeitszeiten — oder zumindest die formale Basis dafür.

Die Struktur funktioniert über Locals — lokale Unterorganisationen nach Gewerk und Region. Local 600 ist die Kameraleute in LA, Local 891 die Grips in Toronto. Wer einen Job annimmt, muss IATSE-Mitglied sein oder wird es — die Produktionsfirma zahlt die Beiträge direkt. Der Vorteil: Standardisierte Raten, die nicht jedes Mal neu verhandelt werden müssen. Die Realität am Set ist allerdings differenzierter. Große Union-Productions halten sich an die Tarifregeln — 10er-Stunden-Tage mit Penalties, festgelegte Lunchbreaks, Overtime-Multiplikatoren. Kleinere Produktionen, besonders im Digital- und Content-Bereich, arbeiten oft non-union oder verhandeln Ausnahmen.

Der historisch wichtigste Punkt: IATSE streikt. 2021 drohte ein Streik in den USA wegen Überarbeitung und Bezahlung — das erste Mal seit 1946. Die Gewerkschaft hat Zähne, und Produktionen fürchten Shutdowns. Das hat die Position der Crew gestärkt, auch wenn die Verhandlungen nicht immer zugunsten der unteren Gewerke ausfallen. DoPs und Grip-Chefs werden direkt in Tarifstrukturen eingebunden; Key Grips oder Steadicam-Operators haben weniger Verhandlungsspielraum.

Praktisch heißt das: Timesheets werden ernst genommen, Pausenzeiten sind dokumentiert, und der Produktionsmanager weiß, dass Umbruch- oder Fahrtzeiten bezahlt sein müssen. Die IATSE-Raten variieren nach Produktionsgröße (Studio vs. Independent) und Medium. Für kleinere Crews oder Streaming-Produktionen gibt es mittlerweile separate Tarifklassen, aber die Baseline bleibt: Gewerkschaftsarbeit kostet — als Produkteur muss das ins Budget gerechnet werden.

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