Pentacon Teleobjektiv mit 135mm Brennweite — manuelle Fokussierung, bekannt für weichen Bokeh-Effekt.
Technische Details
Der mechanische Schlitzverschluss arbeitet mit Verschlusszeiten von 1 Sekunde bis 1/1000 Sekunde plus Bulb-Stellung. Das integrierte Belichtungsmesssystem verwendet eine CdS-Fotozelle mit Nadel-Galvanometer, angezeigt im Sucher über ein Spiegelsystem. Die Kamera misst 145 × 95 × 50 mm bei einem Gewicht von 680 Gramm ohne Objektiv. Das M42-Gewinde ermöglichte die Verwendung der gesamten Carl Zeiss Jena-Objektivpalette, insbesondere des Standard-Tessars 2,8/50mm und des Pancolar 1,8/50mm. Der Filmtransport erfolgt über einen Schnellschalthebel mit 135°-Schwenkwinkel.
Geschichte & Entwicklung
Pentacon entwickelte die Kamera 1963 als Nachfolger der Praktica-Serie, um im Wettbewerb mit westlichen SLR-Herstellern wie Nikon und Canon zu bestehen. Die Produktion endete bereits 1966 aufgrund technischer Probleme mit dem Belichtungsmesser und Qualitätsschwankungen beim Verschluss. Insgesamt entstanden etwa 8.000 Exemplare, was die Kamera heute zu einem gesuchten Sammlerobjekt macht.
Praxiseinsatz im Film
Dokumentarfilmer der DEFA nutzten die Pentacon 135 für Standfotos und Locationscouts, da ihre kompakte Bauweise und die Verfügbarkeit von Weitwinkelobjektiven wie dem Flektogon 2,8/35mm ideale Voraussetzungen für die Motiverkundung boten. Die präzise Mattscheibenfokussierung eignete sich besonders für Architektur- und Landschaftsaufnahmen in Vorbereitung von Filmproduktionen.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber der zeitgleichen Praktica Nova unterschied sich die Pentacon 135 durch den integrierten Belichtungsmesser und das robustere Gehäuse. Die Pentax Spotmatic (1964) bot vergleichbare Funktionen bei höherer Fertigungsqualität, während die Prakti-Serie weiterhin als kostengünstigere Alternative ohne TTL-Messung produziert wurde. Heute ersetzen digitale Vollformatkameras mit Fokus-Peaking die Funktionen der Pentacon 135 bei der professionellen Motiverkundung.