Nummerierte Abfolge aller Szenen mit Ort, Zeit und Handlungskern — kürzer als das Treatment, ausführlicher als das Exposé. Die Vorlage für Drehplan und Kalkulation.
Im Regiebüro, das Drehbuch aufgeschlagen, stellen sich die gleichen Fragen: Wie viele Szenen? Welche spielen am selben Ort? Wo sind die logistischen Knackpunkte? Die Szenenabfolge — oder Step Outline — ist genau dafür das richtige Werkzeug. Sie listet jede einzelne Szene nummeriert auf, notiert Schauplatz, Tageszeit und in ein bis zwei Sätzen den Handlungskern. Nicht mehr: Das reicht.
Im Gegensatz zum Treatment, das erzählend ausführt und dramaturgische Bögen ausmalt, steht hier Reduktion im Vordergrund. Im Gegensatz zum Exposé, das nur die groben Wendepunkte skizziert, erfasst die Szenenabfolge die komplette Szenenstruktur — alle Übergänge, alle Ortsabhängigkeiten sichtbar auf einem Blatt oder zwei. Das ist der Fahrplan für die Produktionsplanung: Der Line Producer braucht diese Liste für Locations und Crew-Einsatz. Der Produktionsleiter plant die Drehtag-Blöcke danach. Sofort erkennbar wird auch, wenn drei Szenen am selben Diner spielen — gemeinsam gedreht spart Auf- und Abbau. Die Schnittmusik folgt später aus dieser Abfolge; jetzt geht es um physische Machbarkeit.
In der Praxis genügt das Nötigste: Szene 5 — Morgengold (Küche) — Tag — Anna bereitet das Frühstück vor, findet die Quittung. Das wars. Manche Regieteams nummerieren dabei anders als das Original-Drehbuch (wenn Szenen kombiniert oder gestrichen werden), was schnell zur Verwirrung führt. Eine Nummer-Konvention, die alle verstehen, schafft Abhilfe: Entweder bleibt die Original-Nummerierung erhalten, oder es entsteht eine separate Produktions-Nummerierung mit dokumentierter Zuordnung. Besonders bei mehreren Drehbuch-Fassungen ist das ein ständiger Reibungspunkt.
Diese Liste wird während der Vorbereitung immer wieder angefasst — Szenen fallen, Szenen kommen hinzu, Orte ändern sich. Jede Änderung wirkt sich auf die Szenenabfolge aus und damit auf Budget und Scheduling. Deshalb ist sie keine Fleißaufgabe, sondern strategisches Dokument. Manche Regisseure erstellen sie parallel zum Treatment als Kontrolle: Erzählt die Szenenabfolge die gleiche Geschichte? Wenn nein — was fehlt in der Dramaturgie? Diese Klarheit ist vor den ersten Gesprächen mit der Produktion unerlässlich. Eine schlecht durchdachte Szenenabfolge bedeutet später chaotische Drehtage und Budgetlöcher.
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