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Masterband
Schnitt

Masterband

Master Tape
Murnau AI illustration
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Originaldatenträger mit der finalen, unkomprimierten Fassung — Archiv und Referenz für alle Formate und Ausgaben. Wird geschützt wie Gold gelagert.

Wenn finale Schnitt-Entscheidung getroffen, Farbkorrektur abgeschlossen und Sound gemischt ist, folgt das Masterband. Das ist nicht einfach eine Kopie, sondern der Originaldatenträger in höchster Qualität, von dem alle weiteren Versionen — DCP, Streaming, TV, Blu-ray — abgeleitet werden. Gespeichert werden unkomprimierte oder minimal komprimierte Daten, meist in ProRes 422 HQ, DPX-Sequenzen oder unkomprimiertem 10-Bit-Material. Das Masterband ist die Versicherungspolice gegen zukünftige Formate und technische Anforderungen, die zum Zeitpunkt der Produktion noch nicht absehbar sind.

In der Praxis wird das Masterband physisch redundant archiviert — mindestens zwei unabhängige Kopien, räumlich getrennt, idealerweise im LTO-Format (Linear Tape-Open) oder auf langzeitstabilen HDDs. Ein beschädigtes oder verlorenes Masterband ist ein GAU. Aus einem ProRes-Export für Netflix lässt sich nicht neu-mastern, wenn in fünf Jahren ein neues Format verlangt wird — Qualitätsverluste stapeln sich. Am Set oder im Schnitt rückt das selten in den Vordergrund, das ist eine Post-Production-Angelegenheit der DI-Suite oder des Online-Editors. Dort wird es aber zum Kern-Asset: Ohne solides Masterband keine zertifizierten Kino-DCPs, keine archivgerechten Langzeit-Bestände.

Typischer Workflow: Aus Premiere oder Resolve wird unkomprimiertes Video mit embedded Timecode und finalisiertem Audio an die Mastering-Abteilung übergeben. Die erstellt das Masterband nach DCI-Standard oder nach hausinternem Archiv-Standard. Metadaten, technische Spezifikationen und Versionsnummern werden dokumentiert. Manche Produktionen lagern das Masterband bei spezialisierten Archiven — für Dokumentationen oder künftige Restaurationen ist das unverzichtbar. Nicht zu verwechseln mit dem Mastering-Prozess selbst, der die Qualitätskontrolle und finale Optimierung meint. Das Masterband ist das Resultat, nicht die Tätigkeit.

Die häufigste Schlamerei: Das Masterband landet auf einer externen SSD im Büro und wird nicht weitergegeben. Erst bei der Archivierung stellt sich heraus, dass kein redundantes System existiert. Oder — noch schlimmer — die Original-Schnitt-Sessions werden gelöscht, und nur MP4-Proxies bleiben übrig. Bei späteren Anpassungen führt das in eine Sackgasse. Das Masterband muss als finale Referenz und Backup für alle kommenden Ausgaben behandelt werden.

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