Referenzmaterial mit abgestuften Grautönen oder Farbtönen — wird zu Beginn oder Ende jeder Aufnahme gefilmt zur Kalibrierung in der Postproduktion. Unverzichtbar für konsistentes Grading über alle Takes.
Eine Szene ist abgedreht, die Sonne ist gewandert, die Lichter haben gedriftet — und im Grading stellt sich die Frage: War das wirklich so grün, oder liegt es am Monitor? Genau dort kommt der Farbstreifen ins Spiel. Ein Stück Plastik oder Papier mit definierten Grautönen und Farbreferenzen, das zu Beginn und Ende jedes Takes ins Bild gehalten wird. Nicht spektakulär, aber absolut kritisch für die digitale Postproduktion.
Die klassische Variante — ein Graustab mit neutralen Tönen von Weiß bis Schwarz — dient der Belichtungskalibrierung. Der Colorist oder Grader schaut sich das Material an, identifiziert die bekannten Grautöne und kann daraus ablesen, wie die Kamera die Szene tatsächlich eingefangen hat. Ohne diese Referenz fehlt die Grundlage: Es lässt sich nicht beurteilen, ob ein Hautton natürlich wirkt oder ob die gesamte Aufnahme einen Farbstich trägt. Bei langen Drehtagen, mehreren Kameras oder kritischem kommerziellen Grading wird das zur täglichen Routine — jeden Setup, jeden Lichtwechsel neu dokumentieren.
Professionelle Sets arbeiten mit erweiterten Farbstäben — nicht nur Grau, sondern auch farbige Felder (Rot, Grün, Blau, Magenta, Cyan, Gelb). Manche verwenden den GretagMacbeth ColorChecker oder ähnliche Industrie-Standards. Das erlaubt es im Grading, mit Farbkorrektur-Software automatisch einen Weißabgleich zu fahren oder die Farbräume präzise zu synchronisieren. Besonders im digitalen Kino — wo kein physischer Film die Belichtung speichert — ist das die einzige Brücke zwischen Set und Post.
Im Alltag: Wenn die Lichter stehen und die erste Take läuft, wird der Stab für eine oder zwei Sekunden ins Bild gehalten — nicht zu schnell, die Kamera braucht Zeit, um auf die Färbung zu reagieren. Manche Teams filmen ihn auch am Ende, um Lichtwechsel zu dokumentieren. Digital kostet das nichts — ein oder zwei Frames, die später weggeschnitten werden oder für den Colorist am Schnittplatz liegen. Analog, auf Film, war das eine größere Überlegung, weil jeder Meter Zelluloid kostete. Heute gibt es keinen Grund, darauf zu verzichten.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Farbstreifen / Referenzstab"?