XML-basiertes Farbkorrektionsformat, das ASC-Parameter speichert und zwischen Systemen portierbar ist — Grade vom Set zum Final DI übertragen, ohne Neuberechnung. Industrie-Standard.
Am Set oder gleich nach dem Dreh packt der Colorist die ersten Grades in ein Format, das jedes System versteht: CDL — eine XML-Datei, die die ASC-Parameter (Slope, Offset, Power) für jeden Clip speichert. Diese Liste lässt sich vom DIT-Cart ins Schnitt-System und dann in die finale Color-Suite transportieren, ohne dass die Grade neu gerendert oder umgerechnet werden müssen. Die Werte bleiben identisch, weil das Format standardisiert ist.
In der Praxis bedeutet das Folgendes: Der DIT arbeitet auf dem Set mit dem Kamerasystem (RED, Alexa, was auch immer), macht schnelle Preliminary Color Checks und exportiert die CDL. Der Editor im Schnitt kann diese bereits in seine Timeline einbinden, hat also sofort ein konsistentes Bild statt Raw-Footage. Später, in der Finishing-Suite, lädt der finale Colorist dieselbe CDL, sieht genau, was am Set entschieden wurde, und baut darauf auf oder verwirft es — der Workflow bleibt kontinuierlich. Kein Informationsverlust, keine 1:1-Reimporte nötig.
CDL ist bewährt bei großen Productions, wo mehrere Systeme parallel arbeiten. Eine komplexe Timeline in DaVinci Resolve, ein Schnittplatz in Premiere oder Avid — beide verstehen CDL. Ein wichtiger Punkt: CDL speichert nur die Farbwerte, nicht die Effekte oder den Look selbst. Komplexe Curves, Vignettes oder Sepia-Effekte sind nicht im CDL-Datensatz enthalten. Das ist Absicht — CDL ist das Fundament, der technische Handshake.
Die Praxis zeigt auch die Grenzen: Bei hochgradig individuellen Looks (z.B. selbst erstellten LUTs) reicht CDL allein nicht aus. Zusätzlich wird das Originaldokument (das DaVinci-Projekt selbst) oder eine separate Look-Beschreibung benötigt. CDL ist also das erste Netz, nicht das ganze Sicherheitssystem. Für Standard-Corrections und den schnellen Informationsfluss zwischen Departments ist es dennoch unersetzlich.
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