Filmlexikon.
Unterstützen
Canon Rangefinder
Kamera · Objektive

Canon Rangefinder

Murnau AI illustration
canon cinema caustic flare flange distance fotooptik am cinema f stop image circle kowa prominar lens rehousing

Canon-Sucherkamera-Objektiv aus den 1960er-Jahren, von TLS (True Lens Services) für den Filmeinsatz regehäust. Das sphärische 40-mm-Festbrennweite deckt Vollformat ab und öffnet bis T1.8.

Die Reihe versammelt Canon-Messsucherobjektive aus den 1960er Jahren in Cine-Fassungen von True Lens Services. Zehn Brennweiten von 19 bis 135 mm, aufgebaut um die Canon 50mm f/0.95 — jenes Objektiv, das bei Erscheinen 1961 das lichtstärkste in Serie gefertigte der Welt war und seither Dream Lens heißt.

Warum es sie erst jetzt gibt

Messsucherobjektive haben eine sehr kurze Auflage. In einer Filmkamera sitzt dort der umlaufende Spiegel; die Optik passt schlicht nicht hin. Erst spiegellose digitale Kameras und das LPL-Bajonett mit seiner größeren Öffnung haben sie für Bewegtbild nutzbar gemacht.

LPL ist dabei keine Bequemlichkeit, sondern die Bedingung. TLS hätte die Reihe auch auf PL bringen können — dann hätte die Dream Lens ihre optische Rechnung ändern müssen, und 25, 28, 35 und 40 mm hätten Sensorabdeckung verloren. LPL erhält Rechnung, vollen Bildkreis und die verbesserte Naheinstellgrenze.

Zwei Zahlen für dieselbe Blende

Die Reihe wird durchgehend doppelt geführt: der T-Stop des rehousten Objektivs und die Blendenzahl des Spenderglases. 50mm T1.1 (f0.95), 58mm T1.3 (f1.2), 40mm T1.8 (f1.7), 25 und 28mm T2.1 (f1.8), 19mm T4 (f3.5), 135mm T2.8 (f2.5). In Objektivlisten stehen beide Werte oft unkommentiert nebeneinander. Was in f angegeben ist, stammt aus dem Fotoleben des Objektivs; was in T angegeben ist, gilt am Set.

Zwei Brennweiten sind keine Vintage-Optik

Für 25 und 28 mm gibt es kein schnelles Messsucher-Weitwinkel der 1960er, das als Spender taugt. Beide sind deshalb eine Neurechnung, gefertigt aus vintage japanischem Glas und auf Schärfe, Kontrast, Bokeh und Flare-Verhalten der übrigen Reihe abgestimmt. Ein geschlossenes historisches Set ist die Reihe also nur dem Eindruck nach — was ihrem Nutzen nichts nimmt, aber die Erzählung über sie korrigiert.

Charakter und Fassung

Alle Objektive behalten ihre Einfachvergütungen aus den Sechzigern: niedriger Kontrast, bernsteinfarbene Flares, strukturiertes Bokeh, Schärfe in der Mitte mit weichem Abfall zu den Rändern. Die Fassung ist über die Reihe vereinheitlicht — 110 mm Front, gleiche Zahnradpositionen, neue sechzehnblättrige mattierte Rundblenden, rund 300 Grad Fokusdrehweg.

Die Spenderoptik

Die Canon 50mm f/0.95 erschien im Juni 1961: Doppel-Gauss, sieben Elemente in fünf Gruppen, Seltenerdgläser, gerechnet von Mukai Jirou. Zwischen Mai 1961 und September 1970 wurden 19.482 Stück in Canon-7-Bajonett gebaut. Die hintere Linsenkante ist abgeflacht, damit sie die Messsucher-Rolle nicht streift — ein Detail, das im Rehousing bedeutungslos wird und daran erinnert, wofür die Optik ursprünglich gerechnet war.

Gemessene Werte der 40-mm-Fassung

Die folgenden Angaben stammen aus einem Verleih-Datenblatt (CINEFLARES) und gelten nur für das 40 mm, nicht für die Reihe. Sie sind hier aufgehoben, weil es die einzigen gemessenen Zahlen sind, die zu dieser Reihe öffentlich vorliegen.

  • Flare-Typen: Rainbow, Veiling, Caustic, Ring
  • Flare-Farben: Amber, Blau
  • Intensität: stark
  • T-Stop-Bereich: T1.8 bis T16
  • Verzeichnung: tonnenförmig
  • Gewicht: 0,88 kg
  • Naheinstellgrenze: 0,28 m
  • Squeeze: 1,0x (sphärisch)

Der Bildwinkel des 40 mm liegt zwischen klassischem Normalobjektiv und leichter Weite — brauchbar dort, wo ein 35 mm zu weit und ein 50 mm zu eng ist.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Was beschreibt „Canon Rangefinder" am besten?

2. Zu welchem Department gehört „Canon Rangefinder"?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar