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Einzelfokus-Lösung
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Einzelfokus-Lösung

Single Focus Solution
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Technische Lösung bei Anamorphot-Objektiven, die separate Fokusringe überflüssig macht und einheitliche Bedienung ermöglicht.

Technische Details

Einzelfokus-Anamorphe verwenden präzisionsgefertigte Nockenmechanismen, die den sphärischen und zylindrischen Fokus über Übersetzungsverhältnisse zwischen 1:0,8 und 1:1,2 koppeln. Die mechanische Toleranz liegt bei unter 0,02mm Abweichung über den gesamten Fokusbereich von 0,6m bis unendlich. Moderne Systeme erreichen Öffnungen von T1.8 bis T22 mit Frontdurchmessern zwischen 95mm und 136mm. Die chromatische Aberration zwischen horizontaler und vertikaler Achse beträgt maximal 0,1 Dioptrien bei Vollöffnung.

Geschichte & Entwicklung

Panavision entwickelte 1958 die ersten Einzelfokus-Anamorphe als Antwort auf die umständliche Handhabung der Cinemascope-Objektive von Bausch & Lomb. Das Ultra Panavision System nutzte ab 1962 durchgehend Einzelfokus-Konstruktionen für 65mm-Produktionen. Zeiss folgte 1998 mit den Distagon Anamorphen, während Cooke 2013 mit den Anamorphic/i-Serien neue Maßstäbe setzte. Seit 2018 bieten auch Sigma, Atlas Lens Co. Laowa bezahlbare Einzelfokus-Alternativen ab 3.000 Euro pro Objektiv.

Praxiseinsatz im Film

Ridley Scott nutzte Panavision Ultra Vista Anamorphe für "Blade Runner 2049" (2017), um schnelle Fokus-Pulls ohne Doppeljustierung zu ermöglichen. Bei "1917" (2019) setzten Roger Deakins und die Kamera-Assistenten auf Arri Master Anamorphic Objektive für die komplexen Sequenzaufnahmen. Der Zeitgewinn beträgt durchschnittlich 15-20% gegenüber Doppelfokus-Systemen, da Focus Puller nur eine Entfernungsskala verfolgen müssen. Bei Steadicam- oder Gimbal-Aufnahmen reduziert sich das Gewicht um 200-400g durch vereinfachte Mechanik.

Vergleich & Alternativen

Doppelfokus-Anamorphe wie Kowa Cine Prominar oder alte Cinemascope-Objektive erfordern separate Einstellung von sphärischem Grundobjektiv und anamorphem Vorsatz. Adapter-Systeme (SLR Magic, Rectilux) wandeln Standard-Objektive um, erreichen aber nicht die optische Qualität integrierter Einzelfokus-Konstruktionen. Moderne Digital-Alternativen nutzen Sensor-Cropping oder Post-Processing, verlieren dabei jedoch die charakteristischen horizontalen Lens Flares und das ovale Bokeh anamorphe Optiken. Einzelfokus-Systeme dominieren bei Budgets über 500.000 Euro, während Adapter-Lösungen bei Independent-Produktionen unter 100.000 Euro Standard sind.

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