Filmlexikon.
Mir-10A
Kamera · Begriffe

Mir-10A

flowmir 1para · 5 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
flow mir 1 para roll take

Sowjetisches Weitwinkelobjektiv mit 28mm Brennweite und charakteristischer Vignettierung — bekannt für seinen vintagen Look.

Technische Details

Die Mir-10A wiegt 420 Gramm bei einer Länge von 52mm und einem Filterdurchmesser von 67mm. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,2 Metern, die Blendenreihe reicht von f/4,0 bis f/16 in halben Stufen. Das Objektiv verwendet 6 Linsenelemente mit mehrschichtiger Vergütung gegen Reflexionen und Streulicht. Die Schärfentiefenskala ist bei Blende f/8 von 0,5 Meter bis unendlich ablesbar. Produktionsvarianten unterscheiden sich hauptsächlich in der Oberflächenbeschichtung und kleineren optischen Verbesserungen der späteren Serien.

Geschichte & Entwicklung

LOMO entwickelte die Mir-10A 1976 als Weiterentwicklung der Mir-10, um den wachsenden Bedarf an extremen Weitwinkeln im sowjetischen Filmwesen zu decken. Die erste Serienproduktion begann 1978 in Leningrad. 1982 erhielt das Objektiv eine verbesserte Mehrschichtvergütung, die Streulicht um 15% reduzierte. Die Produktion endete 1991 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wobei schätzungsweise 12.000 Exemplare hergestellt wurden.

Praxiseinsatz im Film

Sowjetische Kameraleute setzten die Mir-10A bevorzugt für Innenraumaufnahmen in beengten Sets und dramatische Establishing-Shots ein. Alexei Balabanov verwendete das Objektiv 1997 für charakteristische Weitwinkelaufnahmen in „Brat", die den klaustrophobischen Großstadt-Charakter verstärkten. Die starke Randverzerrung bei offener Blende wird oft kreativ für Subjektive oder unruhige Handkamerasequenzen genutzt. Bei Blende f/8 erreicht das Objektiv optimale Schärfe, zeigt jedoch typische Vignettierung in den Bildecken.

Vergleich & Alternativen

Die Mir-10A konkurriert mit zeitgenössischen Zeiss Distagon 18mm f/4 und Canon FD 20mm f/2.8, bietet jedoch bei deutlich geringeren Kosten vergleichbare optische Leistung. Moderne Alternativen wie das Sigma 20mm f/1.4 Art übertreffen die Mir-10A in Auflösung und Lichtstärke, erreichen jedoch nicht deren charakteristisches Bokeh. Das M42-Gewinde ermöglicht einfache Adaption an digitale Kameras, wobei der Crop-Faktor die Brennweite auf 30mm equivalent verändert. Sammler schätzen frühe Produktionsserien mit Zebrastreifen-Fokusring als besonders wertvoll.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar