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Biformat
Kamera

Biformat

Biformat Shooting
Murnau AI illustration
bipack tri format large format camera half frame camera two perf biocolour

Paralleles Drehen in zwei Bildformaten gleichzeitig — klassisch 35mm und 16mm oder heute 4K und 2K. Maximale Flexibilität für Distribution, höherer Setup-Aufwand.

Die Aufnahme erfolgt parallel in zwei unterschiedlichen Formaten — während die 35er-Kamera läuft, nimmt gleichzeitig die 16er auf, oder heute: 4K und 2K synchron. Der Vorteil liegt auf der Hand: Nach dem Dreh liegen zwei vollständig separate Masters in verschiedenen Auflösungen vor, ohne Konversion, ohne Qualitätsverlust durch Downscaling. Das war lange Standard in großen Produktionen, besonders als Kino und TV noch deutlicher voneinander getrennt waren — Kino brauchte 35mm, Fernsehen bekam die 16er-Fassung, und niemand musste Material umrechnen.

Die praktische Realität am Set ist aufwendiger als gedacht. Nötig sind zwei kalibrierte Kameras, die mechanisch oder elektronisch synchron laufen — besonders bei Filmkameras eine Herausforderung. Die Licht-Setups müssen für beide Formate funktionieren, was oft bedeutet, dass die kleinere Kamera mehr Licht braucht oder die Blende angepasst werden muss. Die Focus-Puller müssen beide Geräte bedienen, die räumliche Anordnung muss sorgfältig geplant sein, damit beide denselben Bildausschnitt sehen. Ein Kamerakran, ein motorisiertes Dolly — das wird sofort komplexer in der Koordination. Die Speicherung oder das Filmmaterial verdoppelt sich natürlich auch, was Logistik und Archivierung betrifft.

Heute erleben Biformat-Setups ein leises Revival, aber anders: nicht mehr als analog/digital-Hybrid, sondern als digitale Dual-Recording-Setups. Eine R5C und eine FX30, beide gleichzeitig laufend, oder höherauflösende und komprimierte Variante parallel — besonders bei Streaming-Produktionen, die sowohl für Kino als auch für verschiedene Plattformen gedreht werden. Manche DoPs bevorzugen das der Konversion, weil jedes Format seine eigene Gamma-Kurve, seinen eigenen Color-Space mitbringt. Eine native 2K-Aufnahme sieht anders aus als eine herunterskalierte 4K.

Der Haken: Beide Kameras müssen angeschafft werden, beide Objektive, beide Rekorder im Sync gehalten werden. Bei langen Drehzeiten driftet die Zeit-Synchronisation auch bei digitalen Systemen. Und in der Post — wenn der Schnittmeister beide Formate handhaben muss — wird es organisatorisch schnell unübersichtlich. Heute ist es eher eine Nischenstrategie für High-End-Produktionen oder wenn die Distribution wirklich zwei fundamental verschiedene Zielformate hat. Für die meisten Filme reicht eine hochwertige Master-Aufnahme mit anschließendem Konvertieren.

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