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Wratten-Filter
Kamera

Wratten-Filter

Wratten Filter
Murnau AI illustration
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Farbfiltersystem von Kodak — nummeriert nach Farbtemperatur und Effekt. Am Set: schnelle Referenz für Farbkorrektur und kreative Tönung ohne Rechner.

Das Wratten-System liefert auf dem Set eine schnelle, zuverlässige Sprache für Farbfilter. Kodak hat diese Nummerierung vor Jahrzehnten etabliert, und sie funktioniert bis heute als universelle Referenz zwischen Kameramann, Gaffer und Colorist. Statt vage von «etwas wärmer» zu sprechen, genügt die Angabe «81A» oder «85B» — jeder weiß sofort, welche Farbverschiebung gemeint ist.

Die Filter sind nach Funktion kategorisiert: Die 80er-Serie (80A, 80B, 80C) sind Blaufilter für Kunstlicht unter Tageslichtfilm — relevant, wenn HMIs oder Spots nicht warm genug sind oder eine ältere Film-Emulsion zum Einsatz kommt. Die 81er-Serie (81, 81A, 81B, 81C, 81D, 81EF) sind subtile Wärmfilter, die Tageslicht leicht oranger machen — geeignet für Golden-Hour-Stimmung oder zur Kompensation des Farbcasts von bewölktem Himmel. Die 82er-Serie (82, 82A, 82B, 82C) funktioniert umgekehrt: Blaufilter in Abstufungen für feiner dosierte Korrektionen. Daneben existieren spezielle Effekt-Filter wie Diffusoren, Graufilter (ND) mit Farbstich oder Polarisationsfilter — alle mit Nummern.

Am Set kommen diese Filter meist als Mattescheibe (hinter der Linse, vor dem Sensor) oder als Vorsatzfilter (vor der Linse) zum Einsatz, je nach Kamerasystem. Bei digitalen Kameras ist das physische Filtern weniger kritisch geworden — die Farbtemperatur lässt sich im Weißabgleich anpassen — aber viele DoPs vertrauen weiterhin auf die optische Präzision und das Look-Gefühl echter Glas- oder Gelatine-Filter. Besonders in der Fotografie und bei Filmkameras sind sie unverzichtbar.

Die Wratten-Nummer ist der Shorthand im Rapport mit Schnitt und Color Grading. Ist dokumentiert, dass mit 85-Filter gedreht wurde, weiß der Colorist, welche Grundverschiebung bereits in den Raw-Daten sitzt. Beim digitalen Drehen sind physische Filter nicht zwingend erforderlich — die Wratten-Nomenklatur bleibt dennoch der Standard-Code. Die genaue Filterbezeichnung gehört in die Drehunterlagen oder Shot-Notes. «Warm» ist nicht aussagekräftig. «81B» ist ein Befehl.

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