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Drehtage
Produktion

Drehtage

Shooting Days
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Gesamtzahl der angesetzten Arbeitstage für den kompletten Dreh — bestimmt Budget, Crew-Auslastung und Drehplan. Keine Pausen, Wochenenden oder Ausfallzeiten eingerechnet.

Die Anzahl der Drehtage ist das Rückgrat jeder Filmproduktion — sie bestimmt, ob das Budget realistisch ist oder schon beim Lesen des Drehplans kollabiert. Gemeint sind echte Arbeitstage: Montag bis Freitag, ohne Wochenenden, ohne Feiertage, ohne die Tage, an denen der Hauptdarsteller krank ist oder die Location kurzfristig wegfällt. Diese Zahl multipliziert mit den täglichen Kosten (Crew, Equipment, Catering, Location) zeigt, ob das Projekt finanzierbar ist oder ein Traum bleibt.

In der Praxis arbeitet man rückwärts: Das Budget steht fest, die Story auch. Die Produzentin schaut auf die verfügbaren Mittel und sagt dem 1. AD: "Wir haben 30 Drehtage." Der 1. AD bricht dann das Drehbuch nach Locations und Szenen auf, priorisiert nach logistischen Blöcken — nicht nach Erzählchronologie — und füllt seinen Drehplan. Liegt man danach bei 42 notwendigen Tagen, müssen Szenen geschnitten, zusammengefasst oder mit kleinerer Crew an anderen Tagen gedreht werden. Jeder zusätzliche Tag kostet real: Hotelkosten für Schauspieler und Crew, Maschinenmiete, Catering, Location-Gebühren. Ein Tag Überschuss kann schnell 5.000 bis 15.000 Euro kosten — je nach Produktionsgröße.

Streaming-Serien arbeiten anders: Dort sind oft 70–90 Drehtage für eine 10-teilige Serie eingeplant, weil mehr Zeit mehr Qualität bedeutet und damit bessere Chancen auf Publikum. Ein Kinospielfilm mit 40 Millionen Budget läuft typischerweise 55–75 Tage, ein Low-Budget-Film mit 500.000 Euro schafft vielleicht 12–18 Tage. Dokumentationen sind unberechenbar: Sie werden oft mit weniger Tagen geplant, aber dann zieht sich die Drehzeit wegen Wetter oder fehlendem Zugang hin — die Drehtage explodieren.

Eine Reserve von 10–15 % gehört in jede Kalkulation. Wetter, technische Ausfälle, Unvorhergesehenes — es kommt immer. Wer das Budget zu knapp kalkuliert, steht am Set, wenn dem DP die Kamera ausfällt, und muss wählen: Weitermachen und Qualität verlieren, oder einen ungeplanten Tag dranhängen und bankrott gehen. Produktionen mit eingebautem Puffer arbeiten stabiler — das ist keine Verschwendung, das ist Handwerk.

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Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

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