Mobiles Screening-System für Schiffe — projiziert auf der Mittellinie oder im Freien unter Deck. Kompakte Anlage mit Stromversorgung, Leinwand und Ton für lange Schiffspassagen.
Lange Seereisen mit begrenzter Unterhaltung an Bord gehören zum Alltag auf Frachtschiffen, Passagierlinern und Forschungsvesseln — das Bordkino ist dort seit Jahrzehnten Standard. Es geht nicht um Kinokomfort, sondern um Funktionalität unter schwierigen Bedingungen: Salzluft, Vibration, Stromausfälle, beengte Räume.
Das Setup ist kompakt und robust. Die Projektionsanlage — meist ein digitales oder 35mm-System in kleinerer Ausführung — wird entweder in der Messe oder auf dem Promenadendeck aufgebaut. Die Leinwand muss windsicher befestigt sein, der Ton über wetterfeste Speaker verteilt. Stromversorgung läuft über die Bordanlage, oft mit Backup-Batterie. Das Material kommt per USB, externe Festplatte oder früher per Film-Canister mit der Versorgung an Bord. Kein Luxus, kein Dolby-Kinosound — aber ausreichend, um 200 Menschen zwei Stunden abzulenken.
In der Praxis unterscheidet man zwei Szenarien: Indoor-Bordkino in klimatisierter Messe oder Lounge — hier ist die Bildqualität wichtiger, weniger Umgebungslicht konkurriert. Open-Deck-Screening hingegen erfordert stärkere Lumen-Power (oft 5000–8000 ANSI), bessere Kontraste, und die Leinwand muss reflektiv genug sein, um gegen Dämmerung anzukommen. Der Ton muss über Wind hinweg tragen — da helfen ein Subwoofer und nach außen gerichtete Speaker.
Bordkino ist keine Nische mehr. Reedereien investieren zunehmend in digitale Systeme — nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für Sicherheitsschulungen und Trainings-Videos. Die technischen Anforderungen sind minimal (keine DCI-Specs nötig), aber die Zuverlässigkeit muss maximal sein. Ein Ausfall ist nicht nur ärgerlich, sondern kann Sicherheitsmaßnahmen gefährden. Deshalb sind redundante Stromversorgung, wetterfeste Verkabelung und ein Vorrat an Ersatz-Lampen unerlässlich.
Für Dokumentationen oder Reisefilme ist das Bordkino auch szenisches Element — die Authentizität einer Crew beim Filmabend unter Sternen lässt sich schwer choreografieren. Das Licht der Leinwand auf den Gesichtern, der Sound, der übers Wasser driftet — pure Atmosphäre.
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