Erweiterte Untertitelung mit Ton-Effekten und Sprecherangabe — [Musik], [Türklingel], [JOHN (v.o.)]. Macht den kompletten Soundtrack zugänglich.
Im Schnitt arbeitet man ständig gegen die Annahme, dass das Bild allein erzählt. Wer SDH-Untertitel produziert, muss radikal umdenken: Der Ton wird Bild, die Musik wird Information, die Stille bekommt Gewicht. Das ist nicht einfach Untertitelung mit mehr Details — es ist eine vollständige Rekodierung des Soundscapes in Text.
Am Set und später im Schnitt heißt das konkret: Jeder Musikeinsatz wird notiert ([Düstere Orchestermusik]), jedes Geräusch erfasst ([Schritte auf Kies], [Auto bremst quietschend ab]). Sprecherangaben sind Pflicht — nicht nur bei Dialogen in fremdsprachigen Filmen, sondern überall dort, wo die Stimme nicht sofort dem Mund zuzuordnen ist: [ANNA (v.o.)] für Voice-Over, [POLIZEIFUNK (undeutlich)] für Hintergrundelemente. Atmos-Arbeit wird zur Textarbeit — der Schnittplatz wird zur Beschreibungswerkstatt.
Die praktische Herausforderung: Timing ist noch kritischer als bei Standard-Untertiteln. Eine Musikdramaturgie funktioniert nur, wenn [Musik schwillt an] genau dann eintaucht, wenn die visuelle Spannung steigt. In DaVinci oder Final Cut wird nicht nur der Cut festgelegt, sondern auch der Moment, in dem die SDH-Information das Auge erreicht — zu spät, und der emotionale Schlag verfehlt sein Ziel; zu früh, und der Zuschauer wartet auf etwas, das noch nicht kommt. Eine Tonspur, die im Standard-Mix unmerklich leise läuft, kann in der SDH-Beschreibung zentral werden, wenn sie die Stimmung trägt.
Zu unterscheiden sind deskriptive Töne (was passiert) und dramaturgische Töne (was es bedeutet). [Schwere Türe schließt sich] ist nicht dasselbe wie [Tür fällt ins Schloss — hoffnungslos]. Die erste ist Information, die zweite Interpretation. Im Schnitt entscheidet das Gespür dafür, welche Lesart der Film braucht — und das setzt voraus, den Film ständig mit anderen Ohren zu hören: mit den Ohren derer, für die der Ton unsichtbar bleiben muss.
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1. Zu welchem Department gehört „Untertitel für Hörgeschädigte"?