Filmlexikon.
Unterstützen
Prix Ars Electronica
Theorie

Prix Ars Electronica

Murnau AI illustration
prix italia prix europa golden camera

Österreichischer Medienkunstpreis seit 1987 — bewertet digitale und experimentelle Filmformate, interaktive Arbeiten und innovative Erzählweisen. Schwerpunkt auf technologische Pionierleistung.

Wer mit experimentellen Formaten arbeitet — digitale Installation, interaktives Erzählen, KI-gestützte Bildverarbeitung — kommt am Prix Ars Electronica nicht vorbei. Der Wettbewerb sitzt in Linz, Österreich, und hat seit 1987 definiert, was technologische Innovation im bewegten Bild bedeutet. Die Jury bewertet konkrete Pionierleistung: Was macht ein Werk handwerklich neu? Wo stößt es an die Grenzen der Medientechnik und reißt sie auf?

Der Prix interessiert sich nicht für konventionelle Dramaturgie im klassischen Sinne. Stattdessen geht es um Interaktivität, um Echtzeit-Rendering, um generative Systeme, die das Werk selbst verändern. Arbeiten, die mit Augmented Reality spielen, die Zuschauer-Input in Bildkomposition einweben oder algorithmische Prozesse als kreatives Material nutzen — das trifft den Kern. Ein großes Budget ist keine Voraussetzung. Entscheidend ist die radikalere Frage: Wie lässt sich anders erzählen?

In der Praxis gilt: Wer mit neuem Equipment experimentiert — Motion Capture, volumetrische Erfassung, Live-Codierung visueller Effekte — sollte das dokumentieren. Der Prix nimmt Prozessdokumentation ernst. Eine Arbeit, die zeigt, wie die Technologie zur künstlerischen Entscheidung wurde, überzeugt stärker als reine Oberflächenperfektion. Das unterscheidet ihn von klassischen Filmfestivals wie Berlin oder Cannes. Dort werden Erzählung und Regie ausgezeichnet, hier die mediale Substanz selbst.

Die Kategorien sind breit — Video, Kinetic Art, Digital Musics — aber alle folgen derselben Logik: Innovation im technologischen Denken. Der Prix sucht Grenzarbeiten, die zeigen, was morgen möglich wird. Wer heute mit experimentellen Capture-Verfahren arbeitet, mit Open-Source-Tools neue Bildgrammatiken erfindet oder mit Echtzeit-Rendering-Engines dokumentarische Formen neu verhandelt, sollte einreichen. Die Jury versteht handwerkliche Risikobereitschaft und Neugier besser als polierte Routine.

Aktuelles

Jurystatements zu den Ausgaben 2015 bis 2017 der Kategorie „Computer Animation, Film, VFX" geben Einblick in die Auswahlkriterien des Preises: Aus jeweils über 1.000 Einreichungen wählt eine bewusst divers zusammengesetzte Jury Arbeiten aus, die technische Innovation mit einer eigenständigen künstlerischen Haltung verbinden. Betont wird dabei wiederholt die Fähigkeit einzelner Werke, eine Brücke zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Weltsichten zu schlagen. Die Kategorie bildet damit einen zentralen Gradmesser für aktuelle Entwicklungen im computeranimierten und VFX-basierten Film.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Zu welchem Department gehört „Prix Ars Electronica"?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar