Rohschnitt oder animatic vor der finalen Post-Produktion — Regisseur und Produzent sehen, wo noch Nachbestellungen oder Reshoots nötig sind. Entscheidend für den Finanzplan.
Im Schneideraum, beim ersten Durchlauf des Rohschnitts, zeigen sich die Lücken: Das Bild passt nicht zur Musik, eine Szene braucht eine Nahaufnahme, die Übergänge ziehen sich so lang, dass die Geschichte sackt. Genau dafür ist die Preview das Arbeitsmittel: Sie versetzt Regisseur, Produzent und Produktionsleitung in die Lage, noch vor dem DCP oder der endgültigen Farbkorrektur zu entscheiden, was nachgedreht werden muss, was bereits ausreichend im Kasten ist und wo Zeit und Geld verloren gehen würden.
Eine Preview ist üblicherweise der erste vollständige Zusammenschnitt aller Takes — ohne Sound-Design, oft noch mit provisorischen Farbkorrektionen oder ohne solche. Beim digitalen Workflow wird sie meistens als ProRes oder H.264 exportiert, um auf verschiedenen Geräten spielbar zu sein. Der kritische Moment ist die gemeinsame Sichtung mit den Stakeholdern: Längenänderungen, fehlende Schnitte oder Szenen, die ins Reshooting müssen, werden notiert. Besonders bei größeren Produktionen mit Drehplan-Verschiebungen ist die Preview das Sicherheitsnetz. Fehlt etwa die Szene mit dem Schauspieler im Studio noch, offenbart die Preview es spätestens beim Anschauen.
Im Animatic-Stadium — etwa bei visuellen Effekten oder aufwendigen Action-Sequenzen — funktioniert die Preview anders: Hier sind es Storyboards, Sketches und temporäre VFX-Placeholder, die zeigen, ob der Rhythmus stimmt, bevor echte Greenscreen-Drehs beginnen. Manche Produktionsleiter verlangen mehrere Preview-Versionen: eine rohe Schnittversion nach zwei Wochen Postproduktion, eine zweite mit vorläufigem Sound und eine dritte kurz vor der Farbkorrektur. Jede Version ist ein Kontrollpunkt, an dem Änderungen noch kostengünstiger umzusetzen sind als später im DCP-Stage.
Der ökonomische Nutzen ist erheblich. Eine Preview kostet zwei bis drei Tage Schnittzeit — eine nachträgliche Nachbestellung oder ein Reshooting nach Abschluss der Postproduktion kann Wochen und sechsstellige Summen kosten. Die Preview ist deshalb kein optionaler Schritt, sondern ein struktureller Teil des Finanzplans: Sie steht im Budget, wird dokumentiert und markiert einen festen Übergabepunkt zwischen Drehende und Online-Editing.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Was beschreibt „Preview" am besten?
2. Zu welchem Department gehört „Preview"?