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Neutraldichtefilter
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Neutraldichtefilter

Neutral Density Filter
Murnau AI illustration
nd filter irnd filter clear filter

Optisches Graufilter für die Frontlinse — reduziert Lichtmenge ohne Farbstich. Ermöglicht längere Verschlusszeiten oder größere Blendenöffnungen auch bei Tageslicht. Am Set Standard zur Kontrolle der Schärfentiefe.

Längere Verschlusszeiten bei gleißendem Tageslicht, ohne die Blende zufahren zu müssen — dafür ist der ND-Filter das Mittel der Wahl. Er wird auf die Frontlinse geschraubt und schluckt eine definierte Menge Licht, ohne dabei Farbe zu verfälschen. Während ein Polfilter oder ein Warm-Filter den optischen Charakter verändern, arbeitet der ND-Filter neutral: Das Bild wird dunkler, sonst nichts.

Die Stärke wird in Stops gemessen — ND 0.3 sperrt eine Blendenstufe, ND 0.6 zwei Stops, ND 0.9 drei Stops. Je höher die Zahl, desto dunkler fällt der Sucher aus und desto länger lässt sich belichten. Praktisch: Bei f/2.8 und ISO 100 im prallen Sonnenlicht würde der Verschluss sonst auf 1/4000 Sek. rasen — unmöglich für filmisches Motion Blur. Mit einem ND 0.9 geht die Verschlusszeit auf 1/500 herunter, die Bewegungsunschärfe ist steuerbar. Das ist der Kern: Die Tiefenschärfe wird kontrolliert, nicht die Belichtungsautomatik.

ND-Filter werden benötigt, sobald mit großen Blenden gedreht werden soll — Porträts, Close-ups, alles, wo die Schärfentiefe eine dramatische Gestaltungsentscheidung ist. Eine 24mm bei f/1.4 am hellen Tag? Ohne ND ist das nicht zu realisieren. Auch bei variablen Blendenfahrten im gleichen Take helfen gestaffelte Filter: Zwei oder drei verschiedene Stärken in der Tasche, Wechsel bei Bedarf. Variable ND-Filter gibt es ebenfalls — Rotationsfader statt fester Werte — praktisch, aber die optische Qualität variiert. Gutes Glas kostet, lohnt sich aber: Billige Filter erzeugen Farbstiche und Vignettierung, besonders bei Weitwinkel.

ND-Filter beeinflussen auch die Fokussierung am manuellen Fokus. Der Sucher wird merklich dunkler — Mattscheibe oder Fokus-Assist erleichtern die Arbeit erheblich. Digitale Kameras zeigen das Live-Bild mit reduzierter Belichtung, klassische Film-Kameras nicht. Deshalb fokussieren viele DoPs vor dem Aufsetzen des Filters oder markieren die Follow-Focus-Distanz vorab. ND-Filter lassen sich mit anderen Optiken kombinieren — Polfilter, Effektfilter — doch jede zusätzliche Glasoberfläche kostet Kontrast. Profis halten sich da zurück und stapeln nicht vier Filter übereinander.

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