Mehrmaliges Belichten desselben Filmbildes oder digitalen Sensors — erzeugt Überlagerungseffekte durch additive oder subtraktive Optik. Heute zumeist in der Post gelöst.
Mehrfachbelichtung bezeichnet das mehrmalige Belichten desselben Frames — entweder analog im Kameranegativ oder digital in Post. Die Bilder lagern sich übereinander, addieren sich, schaffen Transparenzen und Geisterbilder. Klassisch: Mehrere Bewegungsphasen einer Person in einem Shot, oder Doppelbelichtungs-Porträts mit Landschaften im Gesicht. Das war lange die einzige Möglichkeit für solche Effekte, wenn nicht mit Matten gearbeitet wurde.
Analog am Set — das alte Handwerk: Szene eins wird gedreht, das Negativ zurückgespult (teils manuell, teils über Kamera-Markierungen), und Szene zwei über denselben Film belichtet. Jede Belichtung musste um ein bis eineinhalb Blenden unterbelichtet sein, sonst wurde das finale Bild überexponiert. Der Kameramann brauchte eine sichere Hand, exakte Notizen und Vertrauen in seine Kamera-Kenntnisse. Rollback-Mechanismen waren nicht überall gleich zuverlässig — manche 16mm-Kameras drifteten, und das Register stimmte nicht mehr. Jede Wiederholung war ein Take mit Risiko.
Digital heute — wesentlich kontrollierbarer. Die Elemente werden einzeln gedreht, sauber separat belichtet, und später composited. In DaVinci, Nuke oder After Effects lassen sich die Clips übereinanderlegen, Opacity und Blend Modes einstellen (Screen, Add, Multiply — je nach Effekt) und die Farbe feinjustieren. Kein physisches Zurückspulen, keine Belichtungsrecherei. Das erspart Stress und Materialverschleiß.
Praktisch am Set: Bei analoger Arbeit oder bewusst retroaktivem Ansatz gilt — Stativ ist Pflicht. Kleine Kamerabewegungen zwischen den Takes zerstören die Registerpräzision. Zählwerk oder digitale Markierungen sollten genutzt, die Markierungen abfotografiert werden. Im digitalen Workflow ist die größte Hürde, die separaten Takes konsistent zu beleuchten und zu positionieren. Lichtwechsel zwischen Take eins und zwei fallen sofort auf. Deshalb: gleiche Kameraposition, identische Beleuchtung, nur Performer oder Props bewegen sich. Die Composite-Phase ist dann handwerklich — Rotoscoping, Mattenfeinschliff, Grain-Matching, um den Eindruck einer einzigen, mehrfach belichteten Aufnahme zu schaffen. Mit modernen Tools ist das sauberer als je zuvor.
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