Motion Picture Association — Dachverband der großen Studios (Disney, Paramount, Warner etc.). Vergibt die Altersfreigaben (G, PG, PG-13, R, NC-17).
Die Motion Picture Association — lange als MPAA bekannt — ist der Dachverband der amerikanischen Majorstudios und regelt seit 1968 das Ratingsystem, das weltweit Standard für Altersfreigaben geworden ist. Relevant wird sie, sobald ein Film für den US-amerikanischen Markt produziert oder in den internationalen Vertrieb gebracht wird. Das System funktioniert über fünf Kategorien: G (General Audiences — ab 0 Jahren), PG (Parental Guidance — ab 6, mit Eltern empfohlen), PG-13 (unter 13 Jahren Elternbegleitung ratsam), R (Restricted — unter 17 Jahren nur mit Eltern) und NC-17 (niemand unter 17 Jahren zugelassen). Diese Kategorien sind keine Theorie — sie bestimmen konkrete Schnittentscheidungen.
In der Praxis beginnt die Kalkulation des realistisch erreichbaren Ratings bereits im Drehbuch. Ein R-Rating kostet automatisch Marktanteile — Kinos zeigen solche Filme seltener, Merchandising wird komplexer, Werbeplätze teurer. Deshalb werden in vielen Action- und Horrorproduktionen kritische Szenen — Gewalt, Blut, Sprache — geschnitten oder abgemildert, noch bevor die MPA ein Rating vergibt. Manche Studios drehen Alternate Cuts mit weniger explizitem Material. Der Schnitt arbeitet dann oft mit mehreren Versionen gleichzeitig im System — der Director's Vision und der MPA-konformen Version.
Der Rating-Prozess selbst ist opak. Nach Einreichung der finalen Version schaut ein Panel den Film, zwei Wochen später folgt ein Urteil — manchmal mit Hinweisen, welche Schnitte oder Änderungen nötig sind. Das ist nicht bindend, aber ein Appeal wird teuer und öffentlich. Große Studios verfügen über Lobbyisten, die vorab einschätzen können, wie kritisch ein Film bewertet werden könnte. Kleinere Produktionen müssen das Verfahren häufig ohne diese Vorabinformationen durchlaufen.
Wichtig: Das MPA-System ist rein US-amerikanisch. Andere Länder — Großbritannien (BBFC), Australien (ACB), Frankreich — haben eigene Systeme. Ein Film kann gleichzeitig in den USA R-rated, in UK 15-zertifiziert und in Deutschland ab 12 freigegeben sein. Die lokalen Schnitte fallen entsprechend unterschiedlich aus. Das ist einer der Gründe, warum internationale Koproduktionen mit Schnittlisten arbeiten, die alle Märkte berücksichtigen — von vornherein.
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