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Lichthof
Kamera

Lichthof

Light Leak
Murnau AI illustration
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Unerwünschtes Außenlicht, das in die Kamera oder den Sucher eindringt — durch Spalten, Dichtungen oder offene Räume. Vernichtet Kontrast und Farbstabilität in Sekunden.

Steht die Sonne ungünstig, entsteht beim Dreh einer Innenszene mitunter plötzlich das Problem: Der Monitor zeigt Flecken, Auswaschungen oder einen Farbstich, der nie gesetzt wurde. Das ist ein Lichthof — Außenlicht, das durch winzige Spalten, schlechte Dichtungen oder offene Räume in die Kamera selbst eindringt und direkt auf den Sensor trifft. Nicht auf die Linse. Das ist der entscheidende Unterschied zu Lens Flare oder ungewollten Reflexionen: Der Lichthof zerstört von innen.

Am Set passiert das meistens an den Schnittstellen rund um den Kamera-Body — zwischen Sucher und Gehäuse, entlang der Mattscheibe, an schlecht sitzenden Matten oder wenn ohne Follow Focus gearbeitet wird und die Fokus-Membran nicht richtig dicht ist. Bei älteren Kameras oder bei intensivem Tageslicht, besonders beim Dreh gegen die Sonne, wird es kritisch. Die Folgen sind sofort sichtbar: Der Kontrast flacht ab, Schwarze werden grau, Farben verlieren Sättigung — und alles unkontrolliert über mehrere Frames hinweg. Im Schnitt lässt sich das kaum reparieren, weil es keine Überblendung ist, sondern ein systematischer Fehler in der Aufnahme selbst.

Praktische Gegenmaßnahmen: Alle sichtbaren Spalten werden abgedichtet — mit schwarzem Gaffer-Tape, Kamera-Cloth oder der Hand. Besonders kritisch: der Bereich zwischen Follow-Focus-Schale und Fokus-Membran, der Schnitt zwischen Kamera-Body und Mattscheibe beim Dreh ohne Sucher, und die Rückseite des Monitors, wenn dieser nicht korrekt an der Kamera sitzt. Bei Außendrehs mit hellem Licht empfiehlt sich eine Sunshade oder Mattbox, um Streulicht zu kontrollieren. Vor langen Shots sollte stets geprüft werden — Position gegen die Sonne einnehmen und beobachten, ob Licht seitlich eindringt.

Der Lichthof unterscheidet sich vom Lens Flare dadurch, dass er nicht künstlerisch einsetzbar ist — er ist ein Fehler, ein Kontrollverlust. Gelegentlich wird er mit Overexposure verwechselt, aber ein Lichthof ist tückischer: Die Belichtung kann korrekt sein, während die innere Lichtquelle das gesamte Bild milchig macht. Besondere Aufmerksamkeit ist bei längeren Takes oder wenn der DoP keinen Blick auf den Monitor hat angebracht.

Aktuelles

In Analogfotografie-Foren wie r/Darkroom oder r/AnalogCommunity ist der Lichthof ein Dauerbrenner: Nutzer diskutieren dort häufig degenerierten Schaumstoff an Rückwand-Scharnieren und -Dichtungen als Hauptursache. Als Standarddiagnose empfiehlt die Community, die Kamerarückwand mit schwarzem Klebeband abzudichten und einen kurzen Testfilm in praller Sonne zu belichten — zeigt sich der Leak weiterhin, liegt das Problem woanders. Auch unregelmäßige Leaks auf ein und derselben Filmrolle deuten meist auf poröse Dichtungen hin, die sich in der Regel unkompliziert selbst austauschen lassen.

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