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Intérieur
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Intérieur

Interior
Murnau AI illustration
cinema auditorium cinematheque studio

Innenaufnahme in Studio oder Innenraum, im Drehplan mit INT. gekennzeichnet. Wetterunabhängig und planbar — dafür muss das Licht vollständig gebaut werden.

Sobald die Kamera vier Wände um sich hat, handelt es sich um ein Intérieur — sei es Wohnzimmer, Büro oder Hotelkorridor. Der Vorteil liegt in der Kontrollierbarkeit: keine unerwarteten Wolken, keine vorbeifahrenden Autos im Hintergrund. Genau diese Kontrolle wird aber zur Verpflichtung, weil sie vollständig genutzt werden muss.

Im Drehplan wird jede Innenszene mit INT. notiert, gefolgt von Raum und Tageszeit — INT. KÜCHE - TAG. Das Signal an das Team: alles muss gebaut oder dekoriert sein. Der Production Designer muss wissen, ob eine echte Location genutzt wird oder gebaut werden muss. Der Gaffer kalkuliert bereits beim Lesen des Plans, wie viel Licht in diesen Kasten zu bringen ist. Denn das ist die zentrale Herausforderung: Licht in einem Intérieur liegt in vollständiger Eigenverantwortung des Teams. Die Sonne lässt sich nicht dimmen — sie muss ersetzt werden.

Praktisch bedeutet das Rekce und Grundriss-Skizzen. Wie hoch sind die Decken? Wo sitzen die Fenster? Wie viel Wandfläche steht zum Abhängen von Silks oder für Reflektoren zur Verfügung? Einen 4x4-Meter-Raum mit südlichem Fenster zur Mittagszeit zu beleuchten ist eine andere Aufgabe als einen dunklen Speicher. Beim Studio-Intérieur stehen Deckenöffnungen und grenzenlose Power zur Verfügung, beim Location-Shooting arbeiten die Lampen gegen die vorhandene Architektur. Zu entscheiden ist, ob Licht von oben (durch die Decke) oder von der Seite geführt wird, ob mit HMIs oder mit Tungsten im Kino-Standard gearbeitet wird. Der Wohnzimmer-Stil wird anders geleuchtet als eine Fabrikhalle — Motivlicht zu finden ist hier die Kernaufgabe.

Intérieurs verlangen auch nach Kamera-Disziplin. Decke ist Decke, Wand ist Wand — freies Herumfahren hat Grenzen. Das zwingt zu Bildkomposition statt zu räumlicher Flucht. Shallow Focus, Tiefe durch Objektiv-Wahl und Bewegung werden relevanter als im Außenraum, wo die Landschaft den Tiefeneindruck liefert. Beim Schnitt erlauben Intérieurs, Eyeline Matches und Blickverkettung stringent zu planen. Jeder Blick ist eine bewusste Entscheidung, nicht zufällig durch den Raum gegeben.

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