Mehrfachbelichtung über verschiedene Blenden in einer Sequenz — f/2.8, f/4, f/5.6 — für flexible Fokusebene-Optionen bei der Nachbearbeitung. Standard bei Produktfotos, bei Film eher Notlösung.
Eine Blendenreihe besteht aus einer Serie von Aufnahmen in identischer Einstellung, bei der die Blende systematisch verändert wird — f/2.8, f/4, f/5.6, f/8. Jede Belichtung unterscheidet sich um einen oder zwei Blendenstufen. Im Produktbild-Setup ist das Vorgehen völlig normal; beim Filmdreh dient es eher als Rettungsanker, wenn die Schärfentiefe zum Problem wird oder wenn im Schnitt noch nicht feststeht, welche Fokusebene gebraucht wird.
Am Set ist das Prinzip bestechend einfach: Der Fokus liegt auf den Augen des Schauspielers, der Kameramann dreht mehrmals — einmal scharf und hell bei f/2.8, dann abgeblendet auf f/4, dann f/5.6, bis schließlich auch der Hintergrund akzeptabel mitschärft. Beim Digitalen Intermediate lässt sich dann die beste Version wählen, ohne Nachdrehs zu benötigen. Besonders bei schwach beleuchteten Sets oder beim Einsatz von Ultra-High-Speed-Optiken, wo die Schärfentiefe messbar klein ist, spart das Neudrehs.
Der Haken: Es kostet Zeit und Speicher. Jeder Take fällt gleich drei- oder vierfach an. Bei Szenen mit Dialoganforderungen müssen Schauspieler über mehrere Takes hinweg Konsistenz halten — die Performance darf nicht auseinanderdriften. Außerdem bleibt es ein Kompromiss. Erfahrene Kameramänner wählen im Moment selbst die richtige Blende, definieren die Fokusebene und arbeiten darauf hin. Eine Blendenreihe wirkt oft wie der Versuch, eine schlechte Setup-Entscheidung nachträglich zu reparieren.
Sinnvoll ist sie dort, wo echte Unklarheit herrscht: bei neuen Objektiven, deren Schärfenverlauf noch unbekannt ist; bei grenzwertiger Ausleuchtung, wo eine Blendenstufe den Unterschied zwischen akzeptabel und unterbelichtet ausmacht; oder bei digitalen Systemen mit extremem Format (sehr breites Seitenverhältnis), wo die Schärfentiefe-Planung knifflig ist. Im klassischen Erzählkino — wo die Fokusentscheidung Teil der visuellen Grammatik ist — wird nicht in Serien gearbeitet, sondern festgelegt. Eine durchdachte Fokusregie mit der richtigen Blende schlägt die Blendenreihe immer.
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1. Zu welchem Department gehört „Blendenreihe"?