Britischer Farbnegativfilm (1935–1960er) mit Rasterfarben-Verfahren — beeindruckend warm und farbstabil, aber Körnigkeit sichtbar. Selten heute, hoher Wert in Archiven.
Dufaycolor war ein britisches additives Rasterfarben-Verfahren der 1930er bis 1960er Jahre. Mikroskopisch feine Farbfilter in Rot, Grün und Blau waren direkt auf den Film aufgebracht — ohne separate Farbschichten wie bei Technicolor. Das Licht wurde durch diese Filterstruktur beim Belichten und Projizieren wieder zusammengesetzt.
Dufaycolor lieferte warme Farben mit hoher Sättigung, besonders bei Rottönen und Hauttönen. Archiv-Material aus den 1940ern und frühen 1950ern zeigt die charakteristische warme Patina — atmosphärisch, aber nicht naturalistisch. Der Nachteil: sichtbare Körnigkeit bereits bei mittlerer Filmempfindlichkeit. Das Raster verursachte bei Vergrößerung ein feines Muster. Deshalb nutzte man Dufaycolor für Dokumentationen und Low-Budget-Produktionen, während hochwertige Filme auf Technicolor setzten.
Bei Digitalisierung braucht Dufaycolor spezialisierte Scanner, die das Raster-Verfahren korrekt interpolieren. Die Farbstabilität übertrifft viele Eastmancolor-Materialien — die Pigmente halten länger. Standard-Digitalisierung von Dufaycolor-Negativen führt zu optischen Verlusten. Sammler und Restauratoren schätzen erhaltenes Material als seltenes filmhistorisches Dokument.
Aktuelles
Auf YouTube ist Testmaterial aufgetaucht, das auf etwa 1932 datiert wird und damit vor die offizielle Markteinführung von Dufaycolor 1935 fällt. Die Aufnahmen zeigen das charakteristische Gittermuster des Réseau-Rasterverfahrens in ungewöhnlicher Deutlichkeit, da die Digitalisierung die feine Mesh-Struktur des Farbträgers sichtbar macht. Solche privaten Funde sind für Archive relevant, da kommerziell verwertete Dufaycolor-Bestände selten und meist stark degradiert überliefert sind.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Dufaycolor"?