Filmlexikon.
Unterstützen
Deinterlacing
VFX

Deinterlacing

Deinterlace
Murnau AI illustration
decimation depixeling dither field linear interpolation wire removal

Umwandlung von Interlace-Material (50i/60i) in Progressive Frames — notwendig für digitale Weiterverarbeitung und DCP. Bob oder Blend je nach Bewegung.

Interlace-Material vom Playout oder einer älteren Kamera besteht aus zwei Halbbildern pro Frame, zeitlich versetzt, optimiert für Röhrenfernseher. Moderne Workflows brauchen progressive Vollbilder. Deinterlacing löst dieses Problem: Die Software muss aus zwei Feldern (Odd und Even) ein einzelnes, kohärentes Bild konstruieren. Das klingt einfach, ist aber ein algorithmisches Problem, das je nach Bewegung unterschiedlich gelöst werden muss.

Die beiden Standard-Ansätze unterscheiden sich fundamental: Bob-Deinterlacing verdoppelt die Framerate und interpoliert dazwischen — perfekt für statische oder langsame Szenen, bei denen die Phasenversetzung der Felder nicht sichtbar wird. Blend-Deinterlacing mischt die beiden Felder optisch zusammen, was schnelle Bewegungen flüssiger macht, aber zu leichtem Ghosting führen kann. Der Unterschied zeigt sich sofort beim Abspielen von Action oder schnellen Schwenks: Bob erzeugt Flackern, Blend wirkt weich. Professionelle Software wie DaVinci, Premiere oder spezialisierte Tools bieten adaptive Verfahren, die zwischen beiden Methoden je nach Bewegungsmuster wechseln — ideal, aber auch rechenintensiv.

In der Praxis ist Deinterlacing vor allem nötig bei: HD-Cams, die in 50i oder 60i drehen (noch häufig in Broadcast und Live-Events), Video-Tape-Transfers, oder bei der Digitalisierung alter Archiv-Footage aus Fernsehquellen. Ein DVCam-Band vom lokalen Sender? 50i. Eine Sportübertragung aus dem Archiv? 60i. Bevor solche Clips in einen DCP-Workflow oder ein 24p-Projekt einfließen, muss deinterlaced werden. Der falsche Algorithmus führt zu Artefakten — auf großer Leinwand nicht verwendbar.

Kann die Kamera zwischen Progressive und Interlace wechseln, ist Progressive immer vorzuziehen, wenn die Framerate passt — das spart später einen kompletten VFX-Schritt. Beim Digitalisieren von analogem Material (Film-to-Tape-Transfers) sollte nachgefragt werden, ob das Source-Material bereits deinterlaced wurde — manche Labs erledigen das vorab, andere liefern das Original unbearbeitet. Quality-Check: Vor der Verarbeitung von 10 Stunden Material empfiehlt sich eine Testsequenz mit schneller Bewegung durch Bob und Blend.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Was beschreibt „Deinterlacing" am besten?

2. Zu welchem Department gehört „Deinterlacing"?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar