Manuelle Anpassung der Belichtung relativ zur Kamera-Messung — wenn der Meter lügt, weil die Szene zu hell oder dunkel ist. +1 bis +2 bei Gegenlicht, -1 bis -2 bei Schnee.
Der Belichtungsmesser der Kamera misst Grautöne — nicht das, was die Szene zeigen soll. Wenn die Szene überwiegend weiß ist (Schnee, helles Hemd vor dunklem Hintergrund), regelt der Meter nach unten und macht die Aufnahme dunkel. Umgekehrt: steht das Talent vor schwarzem Hintergrund, wird überkompensiert und die Aufnahme überbelichtet. Hier greift der Belichtungsausgleich ein — die manuelle Korrektur der Belichtung relativ zur internen Messung. Es ist kein absoluter Wert, sondern ein Delta: +1 EV (Exposure Value) bedeutet eine Blendenstufe heller, als der Meter vorschlägt. Das Konzept existiert bei praktisch jeder modernen Kamera — Sony, Canon, RED, sogar Handy-Apps haben das.
In der Praxis: Die Szene wird getestet, Histogram oder Monitor zeigen den Zustand. Wenn die wichtigen Bereiche (Gesicht, Augen) zu dunkel sind, empfiehlt sich +0,5 bis +1,5 EV — je nach Tiefe des Hintergrunds. Gegenlicht-Szenen brauchen oft +1 bis +2 EV, damit das Gesicht nicht zur Silhouette wird. Klassischer Fehler: Kompensation in die falsche Richtung oder Überkompensation. Eine Blendenstufe Unterschied ist deutlich sichtbar, nicht subtil. Deshalb empfiehlt sich die Arbeit in 0,5er-Schritten, nicht in ganzen Stops.
Belichtungsausgleich wirkt nur im Automatik- oder Halbautomatik-Modus (Blende oder Zeit offen). Im manuellen Modus M wird Blende oder Verschlusszeit direkt nachgestellt — das ist echte manuelle Belichtung, keine Kompensation mehr. Bei digitalen Kameras ist es sauberer, im Rohmaterial (Log-Kurven, RAW) leicht unterzubelichten und in der Post zu retten, als in der Kamera zu überkompensieren und Details auszureißen. Das reduziert Rauschen und gibt dem Colorist mehr Spielraum.
Besonderheit bei verschiedenen Messmodi: Im Spot-Modus (Mittenbetonte oder Zone-Messung) zeigt der Ausgleich direkt Wirkung auf den gemessenen Bereich. Im Matrix- oder Evaluativmodus (flächendeckend) kann der Ausgleich unpräzise wirken, weil die Kamera vorher schon versucht hat, mehrere Szenen-Bereiche auszubalancieren. Deshalb messen viele Kameramänner lieber manuell oder nutzen externe Belichtungsmesser für kritische Szenen. Der Compensation-Regler ist ein Werkzeug für schnelle Sets — nicht mehr, nicht weniger.
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1. Zu welchem Department gehört „Belichtungsausgleich"?