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CMOS
Kamera · Technik

CMOS

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Complementary Metal-Oxide-Semiconductor Sensortechnologie, dominant in modernen digitalen Kinokameras.

Überblick

CMOS steht für Complementary Metal-Oxide-Semiconductor und bezeichnet eine Halbleitertechnologie, die in der Kameratechnik die Grundlage des Bildsensors bildet. Der CMOS-Sensor wandelt das durch das Objektiv einfallende Licht in elektrische Signale um, die anschließend zum digitalen Bild verarbeitet werden. Heute basieren praktisch alle Digital-Kinokameras – darunter die Modelle von ARRI (ALEXA-Reihe), RED und Sony – auf CMOS-Sensoren.

CMOS ist neben dem älteren CCD (Charge-Coupled Device) die zweite große Sensorbauart. Während CCD-Sensoren die Ladung jedes Pixels nacheinander zu einem zentralen Verstärker transportieren, besitzt beim CMOS-Sensor jedes Pixel eine eigene Verstärker- und Ausleseschaltung (Active-Pixel-Sensor, APS). Dadurch lassen sich Logikschaltungen, Verstärker und Analog-Digital-Wandler direkt auf demselben Chip integrieren.

Funktionsprinzip

Beim Active-Pixel-Design wandelt jedes Pixel die vom Photodiodenelement gesammelte Ladung bereits an Ort und Stelle in eine verstärkte Spannung um. Die Signale werden zeilen- und spaltenweise ausgelesen, über Spalten-Verstärker parallel verarbeitet und auf dem Chip digitalisiert. Vorteile dieser Architektur:

  • Geringer Stromverbrauch: Es muss jeweils nur eine Pixelzeile aktiv ausgelesen werden, und der Chip arbeitet mit niedriger Versorgungsspannung.
  • Hohe Auslesegeschwindigkeit: Die parallele Verarbeitung über Spalten und die On-Chip-Digitalisierung erlauben schnelle Bildraten.
  • Hohe Integration: Wandler, Taktgeber und Verarbeitungslogik sitzen auf demselben Substrat wie das Pixel-Array.

Rolling Shutter vs. Global Shutter

Die Art, wie ein CMOS-Sensor ausgelesen wird, prägt das Bewegungsverhalten des Bildes:

Auslese-VerfahrenFunktionsweiseCharakteristik
Rolling ShutterDer Sensor wird Zeile für Zeile nacheinander belichtet und ausgelesenKann bei schnellen Bewegungen oder Schwenks Verzerrungen ("Jello-Effekt", Skew) zeigen; bei Kinokameras am weitesten verbreitet
Global ShutterAlle Pixel werden gleichzeitig belichtet und ausgelesenVerzerrungsfreie Bewegungswiedergabe, technisch aufwendiger

Die Mehrheit der CMOS-Sensoren – insbesondere im Kinobereich – nutzt Rolling Shutter, da sich damit eine hohe Bildqualität erzielen lässt. Global-Shutter-CMOS-Sensoren kommen etwa in einzelnen Sony-, Blackmagic- und AJA-Kameras zum Einsatz.

Einsatz am Set

Für die Praxis am Set ist relevant, dass der Rolling Shutter bei sehr schnellen Kamerabewegungen oder schnell bewegten Motiven zu Verzerrungen führen kann; bei flackernden Lichtquellen (z. B. ungedimmtes LED- oder Leuchtstofflicht) können zudem Helligkeitsbänder im Bild auftreten. ARRI entwickelt seine CMOS-Sensoren seit der ARRIFLEX D-20 (2005) und der ersten ALEXA (2010) gemeinsam mit dem Halbleiterhersteller onsemi; die ALEXA 35 erreicht laut Hersteller rund 17 Blendenstufen Dynamikumfang. CMOS-Sensoren gelten heute als Standard für film-typische Bildwirkung, hohen Dynamikumfang und gute Schwachlichtleistung.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze CMOS-Sensoren gezielt für ihre Dual-Native-ISO-Performance – bei der ARRI Alexa LF kann ich zwischen ISO 800 und 3200 wechseln, ohne Bildrauschen zu erhöhen. Das Rolling-Shutter-Verhalten erfordert präzise Kameraführung bei schnellen Schwenks, da sonst Verzerrungen auftreten.

Regisseur

CMOS-Sensoren ermöglichen mir Dreharbeiten bei natürlichem Licht bis in die blaue Stunde hinein, ohne die Bildstimmung durch Kunstlicht zu verfälschen. Die hohen Bildraten schaffen neue erzählerische Möglichkeiten für Zeitlupen-Sequenzen direkt am Set.

Produzent

CMOS-Kameras reduzieren meine Stromkosten um 60% gegenüber CCD-Systemen und benötigen kleinere Akkupacks für mobile Drehs. Die kompakte Bauweise spart Transport- und Versicherungskosten, während die längeren Akkulaufzeiten weniger Drehtage-Unterbrechungen bedeuten.

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