Farbsaum am Rand kontrastreicher Kanten — entsteht, weil das Objektiv Wellenlängen unterschiedlich bricht. Apochromatische Konstruktionen halten ihn klein, billige Optiken zeigen ihn deutlich.
Weißes Licht besteht aus verschiedenen Farben, die ein Glaselement unterschiedlich stark bricht. Das Ergebnis: Rot, Grün und Blau treffen nicht exakt auf denselben Punkt am Sensor. Sichtbar wird das als magenta oder grüne Säume an harten Kontrastkanten — ein Ast vor hellem Himmel ist der klassische Stresstest.
Longitudinal vs. Lateral
Longitudinale CA zeigt sich als farbige Unschärfe vor und hinter dem Fokuspunkt. Laterale CA zeigt Farbsäume an den Bildrändern. Moderne apochromatische Linsen (APO) korrigieren beides — kosten aber entsprechend.
Kreativ nutzen
Bei Vintage-Glas wie dem Helios 44-2 oder Canon FD gehört CA zum Charakter. Die leichten Farbsäume geben dem Bild eine organische Weichheit, die viele DoPs bewusst suchen.
Aktuelles
In der Post-Production-Community wird chromatische Aberration zunehmend als gestalterisches Mittel diskutiert, nicht nur als optischer Mangel. In Grading-Foren wie r/postprocessing zählt sie neben Bloom, Grain und Halation zu den Effekten, die digitalem Footage nachträglich einen analogen Film-Look verleihen sollen. Der einst unerwünschte Linsenfehler wird damit gezielt simuliert, um die visuelle Unvollkommenheit historischer Objektive zu imitieren.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Chromatische Aberration"?