Tiffen-Nebelfilter für dezente Kontrastreduktion. Simuliert natürlichen Dunst und verleiht Bildern einen filmischen, gedämpften Look.
Technische Details
Der Smoque wird in den Standardgrößen 4x4", 4x5,65", 6,6x6,6" sowie als Screw-On-Varianten von 52mm bis 114mm gefertigt. Die Filter sind in fünf Stärken erhältlich: 1/8, 1/4, 1/2, 1 und 2, wobei die Zahl den Grad der Lichtstreuung angibt. Die Transmissionsrate liegt zwischen 92% (1/8) und 73% (Stärke 2). Die spezielle Oberflächenstruktur wird durch kontrollierten Säureätz-Prozess aufgebracht, wobei Flusssäure-Verbindungen mikrofeine Vertiefungen von 0,2-0,8 Mikrometern Tiefe erzeugen.
Geschichte & Entwicklung
Tiffen entwickelte den Smoque 1987 als Alternative zu kostspieligen Nebelmaschinen und gefährlichen Rauchpatronen. Erste kommerzielle Anwendung fand der Filter 1988 in Ridley Scotts "Black Rain", wo DoP Jan de Bont ihn für die nächtlichen Tokio-Sequenzen einsetzte. 1994 erweiterte Tiffen die Serie um die Warm Smoque-Variante mit integriertem 81A-Korrekturfilter. 2003 folgte die Pro-Mist-Serie als Weiterentwicklung mit graduellerer Abstufung.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins verwendete Smoque 1/2-Filter für die Gefängnissequenzen in "The Shawshank Redemption" (1994), um die bedrückende Atmosphäre ohne aufwendige Nebeleffekte zu verstärken. In "Blade Runner 2049" (2017) kombinierte Deakins Smoque-Filter mit praktischen Nebelmaschinen für konsistente Atmosphäre zwischen verschiedenen Takes. Der Filter reduziert Kontrast um 15-30% und hebt die Schattenzeichnung, wodurch digitale Sensoren filmähnlichere Charakteristik erhalten. Besonders effektiv wirkt der Smoque bei Gegenlichtaufnahmen und nächtlichen Szenen mit punktuellen Lichtquellen.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu praktischem Rauch erzeugt der Smoque reproduzierbare Ergebnisse ohne Kontinuitätsprobleme zwischen Takes. Black Pro-Mist-Filter von Tiffen bieten stärkere Highlight-Streuung, während der Smoque primär Schatten anhebt. Schneider-Kreuznach Classic Soft-Filter erzeugen ähnliche Effekte, jedoch mit weniger spezifischer Rauch-Charakteristik. Moderne digitale Alternativen wie DaVinci Resolve's "Film Grain" oder Red Giant's "Magic Bullet" erreichen vergleichbare Looks in der Postproduktion, können jedoch nicht die optischen Eigenschaften der Lichtstreuung vor dem Sensor replizieren.
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