Filmlexikon.
Tambour
Kamera

Tambour

Murnau AI illustration

Zylindrische Blendeneinheit an älteren Filmkameras — drehbar, um Blendenwerte ohne Objektivwechsel zu verändern. Heute kaum noch in Gebrauch, aber essentiell bei 16mm-Klassikern.

Du drehst eine alte Bolex oder Arriflex 16, und plötzlich merkst du: Das Objektiv sitzt fest, lässt sich nicht wechseln. Stattdessen findest du vorne am Kameragehäuse einen Zylinder mit mehreren Öffnungen unterschiedlicher Größe — das ist der Tambour. Er funktioniert wie ein mechanisches Blendenrad, das du vor das Objektiv drehst, um die Lichtmenge zu regeln, ohne die Optik auszubauen. In der analogen Ära eine praktische Lösung für Kameras mit festem Objektiv, besonders bei 16mm-Produktionen und dokumentarischem Drehen.

Der Tambour sitzt direkt vor der Linse und trägt vier bis sechs Blendenöffnungen — typischerweise f/4, f/5.6, f/8, f/11. Du drehst den Zylinder von Hand oder über ein kleines Getriebe, bis die gewünschte Öffnung vor dem Licht liegt. Das spart Zeit, wenn du zwischen Außen- und Innenaufnahmen wechselst und keine ND-Filter zur Hand hast. Am Set funktioniert das zuverlässig, solange die Mechanik nicht verrostet ist — und genau da liegt das Problem: viele dieser Kameras sind über Jahrzehnte gelagert worden.

Praktische Hürden: Der Tambour reagiert empfindlich auf Verschmutzung und Verschleiß. Manchmal sitzt die Drehbewegung fest oder springt zwischen Einstellungen hin und her. Feuchte, Staub und alte Schmiermittel machen aus einem eleganten Konstruktdetail einen Albtraum. Vor dem Dreh solltest du die Drehung testen und alle Positionen abfahren — leise, ohne Hakeln, präzise einrastend. Ist der Tambour defekt, brauchst du meist einen Service-Techniker oder musst auf externe Blendensysteme ausweichen.

Heute arbeiten Kameras (soweit man noch 16mm dreht) mit Iris-Ringen oder integrierten Blendenmotoren — flexibler, schneller, sauberer. Der Tambour ist Klassiker-Equipment, gehört in jede Dokumentation über Kameratechnik-Geschichte, und beim Arbeiten mit Archiv-Kameras unvermeidlich. Wer sich damit auskennt, hat einen Vorteil: Es ist reine Mechanik, keine Elektronik. Wenn es läuft, läuft es zuverlässig.

Aus dem Filmfarm-Ökosystem

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