Einseitige Zusammenfassung der kompletten Filmhandlung inklusive Ende — Verkaufsinstrument für Produzenten und Verleiher.
Technische Details
Branchenstandard für Synopsen: 1 Seite für Kurzfilme unter 30 Minuten, 2 Seiten für Spielfilme 90-120 Minuten, 3 Seiten für Filme über 120 Minuten. Formatierung erfolgt in 12pt Times New Roman, einfacher Zeilenabstand, 2,5cm Seitenränder. Die Synopsis gliedert sich in drei Akte entsprechend der klassischen Dramaturgie: Setup (25%), Konfrontation (50%), Auflösung (25%). Charakternamen werden bei Erstnennung in Großbuchstaben geschrieben.
Geschichte & Entwicklung
Synopsen entstanden in den 1920er Jahren im Hollywood-Studiosystem als Entscheidungshilfe für Produzenten. Irving Thalberg bei MGM etablierte 1925 das System der schriftlichen Projektbewertung durch Synopsis-Reader. In den 1960er Jahren standardisierte die Writers Guild of America das Format. Seit den 1990er Jahren werden digitale Datenbanken wie IMDbPro für Synopsis-Archivierung genutzt.
Praxiseinsatz im Film
Synopsen dienen der Projektakquise, Finanzierung und internen Kommunikation. Produzenten verwenden sie für Pitch-Meetings mit Investoren, Regisseure für die Kommunikation mit Heads of Department. Bei "The Matrix" (1999) überzeugte die Wachowski-Synopsis Warner Bros. trotz des unkonventionellen Konzepts. Für Fortsetzungen wie "John Wick: Chapter 4" erstellen Autoren separate Synopsen für jeden Handlungsstrang. Casting Directors nutzen Charakter-Synopsen für die Besetzung von Nebenrollen.
Vergleich & Alternativen
Die Synopsis unterscheidet sich vom Treatment (5-10 Seiten, szenische Beschreibungen), Exposé (0,5-1 Seite, grober Überblick) und Logline (1-2 Sätze, Kernkonflikt). Das Step Outline gliedert die Handlung in nummerierte Sequenzen, während die Synopsis fließend erzählt. Moderne Alternativen sind Video-Pitches und interaktive Präsentationen, jedoch bleibt die schriftliche Synopsis Industriestandard für Vertragsverhandlungen und Rechteklärung.