Analoges oder digitales Planungstool zur Drehplanorganisation — jede Szene wird als farbiger Streifen dargestellt und nach Drehtagen sortiert.
Technische Details
Ein professionelles Stripboard verfügt über 14 Spalten für Produktionsinformationen: Szenennummer, Innen/Außen, Tag/Nacht, Location, Seitenzahl, Darsteller (meist 8 Spalten), Requisiten und Besonderheiten. Die Farbkodierung folgt branchenweiten Standards: Gelb für Tag-Außenaufnahmen, Blau für Nacht-Außenaufnahmen, Weiß für Tag-Innenaufnahmen, Orange für Nacht-Innenaufnahmen und Grün für Dämmerungsszenen. Die Strips lassen sich durch Magnethalterung oder Klemmschienen flexibel verschieben und neu anordnen. Moderne Varianten verwenden auch magnetische Whiteboards mit beschriftbaren Strips.
Geschichte & Entwicklung
Das Stripboard entwickelte sich in den 1930er Jahren in den Hollywood-Studios als Antwort auf komplexere Produktionsabläufe und steigende Budgets. Produzent Irving Thalberg bei MGM gilt als Pionier der systematischen Strip-Planung ab 1935. Das System etablierte sich in den 1940ern branchenweit und blieb bis in die 1990er Jahre nahezu unverändert. Erst mit der Einführung digitaler Dispositionsprogramme wie Movie Magic Scheduling (1991) begann die schrittweise Digitalisierung, wobei viele erfahrene Produktionsleiter weiterhin auf das haptische Stripboard schwören.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Lawrence von Arabien" (1962) verwendete Produzent Sam Spiegel ein 2 Meter langes Stripboard für die 287 Szenen der Wüstenproduktion. Regisseur David Lean ordnete die Strips täglich neu, um Wetterbedingungen und Lichtverläufe optimal zu nutzen. Moderne Produktionen wie "Mad Max: Fury Road" (2015) kombinierten digitale Planung mit physischen Stripboards für die komplexen Actionsequenzen. Der taktile Umgang ermöglicht spontane Umstellungen direkt am Set und bietet allen Gewerken eine sofortige visuelle Übersicht über Änderungen. Das Stripboard reduziert Leerlaufzeiten um durchschnittlich 15-20% gegenüber unstrukturierter Planung.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zum Drehplan zeigt das Stripboard nicht die chronologische Reihenfolge der Geschichte, sondern die optimierte Produktionsreihenfolge nach logistischen Kriterien. Digitale Alternativen wie Gorilla Scheduling oder StudioBinder bieten automatische Kalkulationen und Ressourcenverteilung, verlieren aber die haptische Flexibilität des analogen Systems. Hybrid-Lösungen kombinieren digitale Grundplanung mit physischen Boards für die tägliche Feinabstimmung. Bei Low-Budget-Produktionen unter 500.000 Euro dominiert weiterhin das klassische Stripboard, während Großproduktionen auf volldigitale Workflows setzen.
Aktuelles
Strip Boards werden heute überwiegend digital erstellt, wobei spezialisierte Software die traditionellen physischen Boards ersetzt hat. Online-Communities von Filmemachern tauschen sich regelmäßig über verfügbare Templates und Software-Lösungen aus. Die Unterscheidung zwischen Strip Board-Zeitplänen und finalen Drehplänen bleibt ein wichtiges Thema in der Produktionsplanung.