Schmales, farbiges Klebeband zum Markieren von Schauspieler- und Equipment-Positionen auf dem Boden am Set.
Technische Details
Das Band besteht aus einem Baumwoll-Polyester-Gewebe mit matter Oberfläche zur Vermeidung von Lichtreflexionen. Die Dicke beträgt 0,23 mm bei einer Reißfestigkeit von 165 N/25mm. Verfügbare Standardfarben umfassen Weiß, Schwarz, Rot, Blau, Gelb, Grün und Orange, wobei fluoreszierende Varianten für Low-Light-Situationen existieren. Professional-Grade Spike Tape hält Temperaturen von -40°C bis +93°C stand und weist eine UV-Beständigkeit von mindestens 90 Tagen auf.
Geschichte & Entwicklung
Spike Tape entwickelte sich in den 1960er Jahren aus dem Bühnenbau, wo Theatertechniker begannen, Darstellerpositionen mit Klebeband zu markieren. 1972 führte die Firma Permacel das erste filmspezifische Markierungstape ein. Der Durchbruch kam 1975 mit der Einführung des Pro-Gaff Spike Tapes durch Shurtape Technologies, das erstmals die heute üblichen Farbvarianten und die rückstandsfreie Formel bot. Seit den 1990er Jahren haben sich spezialisierte Varianten wie das fluoreszenzfreie "Camera Tape" und das extra-matte "DP Tape" etabliert.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Blade Runner 2049" (2017) verwendete Kameramann Roger Deakins fluoreszierendes Spike Tape zur Markierung von Kamerawegen in den dunklen Innenszenen. Typischer Workflow: Der 1st AD markiert Darstellerpositionen mit farbkodierten Linien - oft Weiß für Hauptdarsteller, Gelb für Nebenrollen. Focus Puller nutzen das Band zur Markierung von Schärfezugpunkten am Follow Focus. Der Vorteil liegt in der sofortigen visuellen Orientierung; Nachteile entstehen bei hellen Böden, wo das Band im Bild sichtbar werden kann.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Standard-Gaffer Tape (50mm Breite) ist Spike Tape deutlich schmaler und unauffälliger. Kreide als traditionelle Alternative funktioniert nur auf dunklen, rauen Oberflächen. Moderne LED-Bodenmarkierungen ersetzen Tape bei High-End-Produktionen mit komplexen Kamerabewegungen, kosten jedoch 450-800 Euro pro Einheit. Digitale Referenzsysteme wie das "MovieBird Tracking" arbeiten mit unsichtbaren IR-Markern, bleiben aber auf spezielle Kamerasysteme beschränkt.
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