Carl Zeiss Teleobjektiv mit 180mm Brennweite — liefert starke Kompression und weiche Hintergrundunschärfe für Portraits.
Technische Details
Die optische Konstruktion umfasst sieben Elemente in fünf Gruppen mit einem Öffnungswinkel von 13,7°. Das Objektiv deckt einen Bildkreis von 43,3mm ab und eignet sich damit für Vollformat-Sensoren. Die Naheinstellgrenze liegt bei 1,7m, der Filterdurchmesser beträgt 67mm. Mit einem Gewicht von 935g und einer Länge von 136mm gehört es zu den kompakteren Teleobjektiven seiner Klasse. Die Sonnar-Rechnung minimiert sphärische Aberrationen durch asymmetrische Linsenanordnung und erreicht hohe Schärfe bereits bei Offenblende.
Geschichte & Entwicklung
Ludwig Bertele entwickelte die Sonnar-Optikrechnung 1929 bei Zeiss Jena als Weiterentwicklung des Ernostar-Designs. Die erste 180mm-Version entstand 1936 für Contax-Kameras. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Carl Zeiss Oberkochen die Entwicklung fort und brachte 1973 das erste Sonnar 180mm f/2.8 für Rollei SL66-Kameras heraus. Die moderne Cine-Version wurde 2018 als Teil der Zeiss Supreme Prime-Serie eingeführt und bietet optimierte Beschichtungen für digitale Sensoren.
Praxiseinsatz im Film
Kameramänner schätzen das Sonnar 180 für Porträts mit natürlicher Gesichtsperspektive und starkem Bokeh. Roger Deakins verwendete es in "Blade Runner 2049" für isolierte Nahaufnahmen der Protagonisten. Die geringe Tiefenschärfe bei f/2.8 ermöglicht präzise Fokusführung zwischen Vorder- und Hintergrund. Typische Einsätze umfassen Über-Schulter-Shots aus größerer Distanz und Detailaufnahmen ohne räumliche Verzerrung. Der sanfte Schärfeverlauf erleichtert Follow-Focus-Operationen bei bewegten Motiven.
Vergleich & Alternativen
Das Sonnar 180 unterscheidet sich von anderen Teleobjektiven durch den charakteristischen Bokeh-Charakter mit weichen Kreisen und minimaler Vignettierung. Moderne Alternativen wie das Zeiss Otus 100mm f/1.4 bieten höhere Auflösung, erreichen aber nicht die spezielle Bildästhetik der Sonnar-Rechnung. Cooke S4/i 180mm liefert wärmere Farbtöne, während Leica Summilux-C 135mm kompakter baut. Für Budgetproduktionen ersetzen Canon CN-E 135mm oder Sony FE 200-600mm die Festbrennweite, erreichen jedoch nicht die Offenblendqualität des Sonnar.
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