Single Net: Schwarzes Netzmaterial zur Lichtreduzierung um 0,3 Blendenstufen. Wird vor Scheinwerfer oder ins Licht gehängt für subtile Abdunklung.
Technische Details
Das Single Net besteht aus monofilamentem Nylon mit einem Durchmesser von 0,1-0,15 mm pro Faden. Standard-Abmessungen reichen von 12"×12" bis 20"×20" für Steckrahmen, größere Formate bis 12'×12' für Overhead-Rigs. Die Lichtreduktion beträgt exakt 0,3-0,6 Blendenstufen je nach Hersteller, wobei Matthews Studio Equipment und Rosco die Industriestandards setzen. Die Transmissionsrate liegt bei 65-70%, die Streuwinkel-Verbreiterung beträgt minimal 2-4 Grad. Moderne Varianten verwenden UV-stabilisierte Fasern mit einer Lebensdauer von über 500 Produktionstagen.
Geschichte & Entwicklung
Mole-Richardson entwickelte 1961 die ersten standardisierten Nets als Alternative zu Seidenpapier-Diffusoren. Ursprünglich aus Baumwollgaze gefertigt, wechselte die Industrie 1974 zu Nylon wegen der höheren Hitzebeständigkeit und Dimensionsstabilität. Der Durchbruch kam 1983 mit den präzise kalibrierten Net-Serien von Matthews, die erstmals reproduzierbare Lichtwerte garantierten. Seit 2010 ermöglichen computergesteuerte Webverfahren Toleranzen unter 0,1 Blendenstufen zwischen einzelnen Exemplaren.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins nutzte Single Nets in "Skyfall" (2012) für die Casino-Szenen, um harte LED-Panels zu mildern ohne die Schattenschärfe zu verlieren. Bei Tageslicht-Innenaufnahmen dämpfen Single Nets Fensterlicht punktuell, während der Rest der Szene unverändert belichtet wird. Typischer Workflow: Positionierung 30-60 cm vor der Lichtquelle, bei HMI-Lampen mindestens 1,2 m Abstand wegen Hitzestau. Single Nets eignen sich nicht für extreme Nahaufnahmen, da die Netzstruktur ab Brennweiten über 135 mm sichtbar werden kann.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber Frost-Diffusoren erzeugen Single Nets härtere Schatten bei geringerer Lichtstreuung. Double Nets reduzieren um eine volle Blende, Triple Nets um 1,5 Blenden. Moderne LED-Panels mit kontinuierlicher Dimmung ersetzen zunehmend mechanische Nets, bieten jedoch nicht die charakteristische Lichtqualität des gestreuten Strahlengangs. Seide (Silk) als Alternative erzeugt weichere Übergänge, reduziert jedoch stärker und verändert die Farbtemperatur um 50-100 K Richtung Warmweiß.
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