Tragbarer benzinbetriebener Generator für mobile Stromversorgung am Set — genannt nach seinem charakteristischen Motorengeräusch.
Technische Details
Standard-Putt-Putts arbeiten mit 4-Takt-Benzinmotoren zwischen 3-8 PS Leistung und liefern 230V Wechselstrom bei 50 Hz. Der Kraftstofftank fasst meist 5-15 Liter, was bei Volllast eine Laufzeit von 3-8 Stunden ermöglicht. Moderne Geräte verfügen über Schuko- und CEE-Anschlüsse, Überlastungsschutz und gedämpfte Gehäuse zur Geräuschreduzierung auf 65-75 dB(A) in einem Meter Entfernung. Inverter-Modelle erzeugen besonders sauberen Strom für empfindliche Digitaltechnik, während konventionelle Aggregate günstiger sind, aber stärkere Spannungsschwankungen aufweisen.
Geschichte & Entwicklung
Die ersten Putt-Putts entstanden in den 1960er Jahren aus der Notwendigkeit, Location-Drehs unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu realisieren. Honda prägte ab 1968 mit der E-Serie den Standard für leise, kompakte Filmaggregate. In den 1980er Jahren führten deutsche Hersteller wie Endress spezielle Film-Generatoren ein. Mit dem Aufkommen digitaler Kameras ab 2000 gewannen Inverter-Putt-Putts an Bedeutung, da sie die erforderliche Stromqualität für sensible Elektronik liefern.
Praxiseinsatz im Film
Putt-Putts versorgen typischerweise 2-4 HMI-Scheinwerfer bis 575W oder LED-Panels bis 200W gleichzeitig mit Strom. Bei Außendrehs stehen sie mindestens 30 Meter vom Tonaufnahmeplatz entfernt, um Störgeräusche zu vermeiden. Dokumentarfilmer setzen sie für spontane Interviews ein, während bei Spielfilmproduktionen wie "The Revenant" (2015) Dutzende Putt-Putts in abgelegenen Gebieten zum Einsatz kamen. Der Nachschub von Benzin und die Wartung der Aggregate erfordern dedicated Crew-Mitglieder bei längeren Drehs.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu großen Filmaggregaten (50-500 kW) eignen sich Putt-Putts nur für kleinere Lichtsetups, sind aber deutlich flexibler positionierbar. Batteriespeicher-Systeme wie die Bebob Cube-Serie verdrängen zunehmend Putt-Putts bei kurzen Drehs, da sie völlig geräuschlos arbeiten. Für größere Produktionen mit hohem Strombedarf kommen Diesel-Aggregate ab 20 kW zum Einsatz, die über Verteilerkästen mehrere Lichtgruppen speisen können.