Requisiteur beschafft und verwaltet alle beweglichen Gegenstände am Set — von Handrequisiten bis zu Fahrzeugen.
Technische Details
Requisiteure unterscheiden zwischen Hand Props (direkte Schauspielerinteraktion), Set Decoration (atmosphärische Objekte), Action Props (mechanische/pyrotechnische Elemente) und Picture Props (nahaufnahmetaugliche Spezialanfertigungen). Die Lagerflächen umfassen typischerweise 200-800 m² bei Spielfilmen, organisiert nach 12-16 Kategorien mit digitaler Inventarisierung via QR-Codes. Spezialrequisiten wie Waffen unterliegen dem Waffengesetz §42a und erfordern entsprechende Sachkundenachweise.
Geschichte & Entwicklung
1895 führte Méliès als erster systematische Requisitenverwaltung ein. Die UFA etablierte 1923 das Berufsbild des Chefoptikers, der heutigen Entsprechung des Property Masters. 1952 definierte der Tarifvertrag erstmals die Abgrenzung zu Bühnenbildnern. Die Digitalisierung seit 1998 revolutionierte die Inventarisierung: Barcode-Scanner ersetzten handschriftliche Listen, 3D-Drucker ermöglichen seit 2010 kostengünstige Prototypenfertigung innerhalb von 4-8 Stunden.
Praxiseinsatz im Film
Für "Blade Runner 2049" verwaltete der Requisiteur 8.400 Einzelobjekte, darunter 347 selbstleuchtende Spezialanfertigungen. Bei "Mad Max: Fury Road" entstanden 90% der Fahrzeugteile in der hauseigenen Werkstatt. Der typische Workflow umfasst Breakdown-Erstellung (Tag 1-3), Beschaffung/Fertigung (Woche 2-8), Set-Dressing parallel zum Kamerabau sowie kontinuierliche Continuity-Dokumentation mit 50-200 Referenzfotos täglich.
Vergleich & Alternativen
Abgrenzung zum Set Decorator: Requisiteure fokussieren auf bewegliche, handlungstragende Objekte, während Set Decorator atmosphärische Raumgestaltung übernimmt. Der Assistant Property Master übernimmt seit den 1980ern speziell die Continuity-Überwachung. Digital Asset Libraries ersetzen zunehmend physische Requisiten: 30% der Hintergrund-Props entstehen mittlerweile in der Postproduktion, insbesondere bei Marvel-Produktionen ab 2018.