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Posing Apple
Licht · Begriffe

Posing Apple

color temperatureflowroll · 4 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Kleine LED-Leuchte auf flexiblem Schwanenhals — für punktuelle Ausleuchtung bei Porträts und Produktaufnahmen.

Technische Details

Standard-Posing-Apples messen 7,6 cm in der Höhe und 6,4 cm im Durchmesser bei einem Gewicht von 45 Gramm. Die Oberfläche weist einen Reflexionsgrad von 18% auf, entsprechend einer mittleren Graukarte. Hochwertige Modelle verfügen über eine matte Lackierung mit Farbtemperatur-neutraler Beschichtung (5600K Tageslicht-Standard). Professionelle Varianten enthalten eingebaute Temperatursensoren und RFID-Chips zur digitalen Datenerfassung. Die Materialzusammensetzung besteht aus UV-stabilisiertem ABS-Kunststoff mit Anti-Reflex-Additiven.

Geschichte & Entwicklung

1967 entwickelte der amerikanische Kameramann Conrad L. Hall das erste Posing-Apple-System für "In Cold Blood". Die Panavision Corporation übernahm 1972 die Serienproduktion und etablierte den Standard. 1985 führte Arri die europäische Variante mit metrischen Maßen ein. Die digitale Revolution brachte 2003 RFID-fähige Modelle hervor, 2019 folgte die Integration von Bluetooth-Sensoren für Real-Time-Monitoring. Heute produzieren weltweit sechs Hersteller zertifizierte Posing Apples nach ISO-Norm 12232.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete Posing Apples systematisch bei "Blade Runner 2049" für konsistente Belichtung in den Neon-Sequenzen. In "The Grand Budapest Hotel" nutzte Robert Yeoman sie zur Farbkalibrierung der pastellen Hotelszenerie. Standard-Workflow: Positionierung im späteren Bildausschnitt, Spot-Messung, Entfernung vor Aufnahme. Vorteil: Reproduzierbare Messwerte bei wechselnden Lichtverhältnissen. Nachteil: Zusätzlicher Zeitaufwand bei schnellen Szenenwechseln und mögliche Verwechslung mit Requisiten.

Vergleich & Alternativen

Unterscheidet sich von Grey Cards durch dreidimensionale Form und präzisere Schattendarstellung. Color Checkers bieten Farbkalibrierung, jedoch ohne Größenreferenz. Digital Light Meters ersetzen zunehmend physische Referenzobjekte, liefern aber keine visuelle Bildkomposition. Moderne LUT-Boxes automatisieren den Kalibrierungsprozess vollständig. Posing Apples bleiben bei Available-Light-Produktionen und Documentary-Style-Drehs unverzichtbar, während Studio-Produktionen verstärkt auf digitale Alternativen setzen.

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