Beleuchtungskorrektur um zehn Prozent mehr Lichtstärke als gemessen — kompensiert Kamerasensor-Unterbelichtung und verleiht Hauthauttöne Saftigkeit. Standard bei digitalen Produktionen.
Am Set merkst du schnell: Die Kamera liest das Licht anders als dein Auge. Besonders digitale Sensoren tendieren dazu, die Szene dunkler abzubilden als sie tatsächlich wirkt — nicht weil etwas falsch läuft, sondern weil die meisten modernen Kameras konservativ belichten, um Clipping in den Highlights zu vermeiden. Hier greift Plus Ten ein: eine bewährte Faustregel, die besagt, dass du zehn Prozent mehr Lichtstärke ins Bild bringst, als deine Belichtungsmessung eigentlich anzeigt.
In der Praxis bedeutet das konkret: Wenn dein Licht-Meter für eine bestimmte Szene f/5.6 anzeigt, stellst du tatsächlich f/4.8 oder erhöhst die Intensität entsprechend. Dieser zusätzliche Lichtstrom kompensiert nicht nur die Sensor-Unterbelichtung — er gibt den Hauthauttönen auch sichtbar mehr Saftigkeit und Tiefe. Besonders bei Porträts und Close-ups am Gesicht machst du damit den Unterschied zwischen flach und filmisch aus. Die Haut wirkt voller, die Augen bekommen Glanz, ohne dass du ins Überbelichtete rutschst.
Die zehn Prozent sind kein Naturgesetz, sondern eine Faustregel, die sich bei den meisten digitalen Kameras bewährt hat — speziell bei RED, ARRI Alexa und Sony Venice. Je nach Sensor-Charakter und Color Science variiert der optimale Wert leicht. Manche DoPs arbeiten mit Plus Eight, andere mit Plus Twelve. Der Trick: Du misst exakt, notierst das Ergebnis und addierst dann mental oder physisch deine Prozentpunkte drauf. Das ist nicht Gambling — es ist kalkulierte Optimierung.
Am wichtigsten ist die Konsistenz. Plus Ten funktioniert nur, wenn du es systematisch durchziehst — von Kalibrierung über Setzen bis zum Schnitt. Im Grading merkt dein Colorist sofort, wenn du sprunghaft belrichtet hast. Umgekehrt: Ein durchgehend Plus-Ten-belichteter Drehtag lässt sich elegant und präzise graden, weil die Daten im optimalen Sensor-Fenster sitzen. Kein Noise, keine Artefakte, volle Information in den Midtones und Shadows.
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