Storyboard aus echten Fotos statt Drawings — schneller Weg, Szenen zu visualisieren bevor gedreht wird. Liegt zwischen animatic und echtem Dreh.
Du brauchst schnell eine Visualisierung deiner Szenen, ohne dass ein Illustrator wochenlang zeichnet — und ohne den Aufwand eines echten Drehs? Dann nimmst du deine Kamera, stellst dich ins Set oder eine ähnliche Location, machst Fotos in den wichtigsten Positionen und schneidest sie in Sequenz zusammen. Das ist das Photomatic: ein Storyboard aus echter Fotografie statt aus gezeichneten Panels. Die Bilder werden — ähnlich wie beim Animatic — mit Timing, Sound und eventuell Voice-Over versehen, um den Rhythmus und die Intention einer Szene zu testen, bevor die echte Crew anrückt.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Du siehst sofort, wie dein Licht fallen würde, wie die Kamera fahren muss, wo Schnitte sitzen — alles in Echtzeit und ohne monatelange Vorproduktion. Beim Werbedreh machen wir das regelmäßig: Ein bis zwei Kameramänner, ein AD mit Polaroid und ein Cutter bauen in zwei, drei Stunden ein Photomatic zusammen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Missverständnisse zwischen Dir und den Producern. Du zeigst ihnen: Das ist, was ich sehe — nicht eine Zeichnung, sondern echte Geometrie, echte Schatten, echtes Filmformat. Gerade bei komplexen Kamerabewegungen oder wenn Du mit unbekannten Locations arbeitest, ist ein Photomatic Gold wert.
Technisch ist der Aufwand minimal. Du brauchst nur eine gute digitale Kamera (deine normale Produktions-Kamera reicht), ein einfaches Schnitt-Programm und jemanden, der in 30 Minuten ein animatic-ähnliches Schnittgerüst bauen kann. Manche DPs machen sogar noch schneller: Sie fotografieren im echten Produktionsformat (2.39:1, 1.85:1), arbeiten mit echten Lichtsetzungen im Scale von 1:1 und können so dem Director zeigen, wie die finale Optik aussieht. Das ist dann weniger Photomatic, mehr Visualisierungs-Dreh — aber das Prinzip bleibt: echtes Bildmaterial statt Grafik.
Achtung: Ein Photomatic ist kein vollwertiger Pilot und nicht das gleiche wie ein Animatic (das gezeichnet und animiert wird). Es liegt dazwischen — realistischer als Animation, schneller als echter Dreh. Nutze es für Timing-Tests, Schnitt-Rhythmen und um Architecture und Blocking zu validieren. Für komplexe VFX-Szenen kann ein Photomatic auch als Basis für spätere Postvis dienen. Mit anderen Worten: Es ist die Brücke zwischen Konzept und Realität.
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