In den 1840ern entwickelt, besticht diese Linsenkonstriktion durch ihr charakteristisches Bokeh-Muster – und moderne Filmemacher schätzen genau diesen verträumten Look wieder.
Das Petzval-Objektiv geht zurück auf Joseph Petzvals Berechnung von 1840 — eines der ersten mathematisch optimierten Objektive überhaupt. Sein Markenzeichen: das sogenannte Swirl-Bokeh, bei dem unscharfe Bildbereiche sich spiralförmig um das scharfe Zentrum drehen. Was damals als optischer Fehler galt, ist heute ein begehrter ästhetischer Effekt.
Optik
Das klassische Petzval-Design besteht aus zwei Linsengruppen mit einer Luftlücke dazwischen. Die Bildfeldwölbung — der eigentliche „Fehler" — erzeugt den Swirl. Je weiter vom Zentrum entfernt, desto stärker die Verzerrung des Bokehs.
Moderne Interpretationen
Lomography hat das Design mit dem Joseph Petzval Focus-coupled Bokeh Control Art Lens neu interpretiert: ein gekoppeltes System, bei dem der Bokeh-Charakter sich mit dem Fokus verändert. Für Cine-Einsatz bieten Firmen wie ARRI mit den Hero Look Lenses tunable Petzval-Ringe an — der DP kann die Intensität des Swirls direkt am Set einstellen.
Focus-Coupled Bokeh Control
Die neueste Generation der Lomography Petzval Art Lenses löst ein altes Problem: bei früheren Versionen musste nach jeder Bokeh-Änderung der Fokus nachkorrigiert werden — für Videoarbeit ein Dealbreaker. Das neue Focus-Coupled System entkoppelt beides: der Fokus bleibt stabil, während der Bokeh-Ring durch sieben Intensitätsstufen dreht. Fünf Brennweiten (27mm f/2.0 bis 135mm f/2.8) decken einen vollständigen Cine-Satz ab, die Zahnkränze sind über die Serie vereinheitlicht. PL-Mounts sind in Entwicklung.