US-Hersteller von Profi-Kameras und Objektiven — vermietet ausschließlich an Filmproduktionen, verkauft nicht an Endkunden.
Berühmte Beispiele · Panavision
Lawrence of Arabia
Freddie Young nutzte Panavision-Anamorphoten, um die endlosen Wüstenlandschaften in einem 2,20:1-Format zu erfassen, das die epische Weite des Films zur visuellen Philosophie erhebt. Die charakteristischen horizontalen Lens Flares der Panavision-Optiken wurden hier erstmals zum ikonischen Stilmittel.
Chinatown
John A. Alonzo fotografierte den Neo-Noir-Klassiker mit Panavision-Anamorphoten, deren weiches, charakteristisches Bokeh und subtile Verzeichnung die klaustrophobische Atmosphäre des Films verstärken. Das ovale Unschärfebild der Panavision-Linsen verleiht den Nahaufnahmen von Jack Nicholson eine unverwechselbare Tiefe.
There Will Be Blood
Robert Elswit fotografierte den Film mit Panavision-Anamorphoten der älteren Generation, um einen rauen, organischen Look zu erzeugen, der die Ölfelder des frühen 20. Jahrhunderts authentisch einfängt. Die charakteristischen Lens Flares und das breite Bildformat unterstreichen die monumentale Isolation der Hauptfigur.
The Hateful Eight
Tarantino und Richardson drehten als erste seit Jahrzehnten wieder mit Ultra Panavision 70 und dessen 1,25:1-Anamorphoten, die ein extremes 2,76:1-Bildformat erzeugen. Der Film demonstriert eindrucksvoll, wie Panavision-Optiken selbst in engen Innenräumen durch ihr charakteristisches Bokeh und die Weitwinkel-Verzeichnung eine eigene Bildsprache schaffen.
Filmstills bezogen über die TMDB API. Dieses Produkt nutzt die TMDB API, ist aber nicht von TMDB unterstützt oder zertifiziert. themoviedb.org ›
Technische Details
Panavision-Anamorphoten verwenden zylindrische Linsenelemente, die das Licht nur in horizontaler Richtung brechen. Standard-Panavision komprimiert horizontal um 2:1, während Ultra Panavision 70 (1,25:1 Kompression) ein extremes 2,76:1-Format erzeugt. Die Objektive weisen charakteristische ovale Unschärfekreise (Bokeh) und horizontale Lens Flares auf. Moderne Panavision-G- und H-Serien bieten Brennweiten von 17mm bis 150mm bei T-Blenden zwischen T1.4 und T22. Das System arbeitet mit 35mm-Film oder digitalen Sensoren im entsprechenden Crop-Faktor.
Geschichte & Entwicklung
Robert Gottschalk gründete Panavision 1953 als Antwort auf das konkurrierende CinemaScope-System von Fox. Der erste Film mit Panavision-Optiken war "The Big Fisherman" (1959). 1957 entwickelte Panavision das Auto Panatar-System, 1965 folgte Super Panavision 70 für 65mm-Film. Ultra Panavision 70 debütierte 1962 mit "Mutiny on the Bounty". Nach der Übernahme durch Panavision Inc. 1965 etablierte sich das Unternehmen als Marktführer für Verleihoptiken in Hollywood. 2019 übernahm die Light Iron-Muttergesellschaft das Unternehmen.
Praxiseinsatz im Film
Panavision prägte das moderne Breitwandkino: "Lawrence of Arabia" (1962, Super Panavision), "Ben-Hur" (1959, MGM Camera 65), "2001: A Space Odyssey" (1968) nutzten das System für epische Darstellungen. Quentin Tarantino drehte "The Hateful Eight" (2015) bewusst in Ultra Panavision 70. Die anamorphotische Verzerrung verstärkt Weitwinkel-Effekte und erzeugt charakteristische Tiefenschärfe-Verläufe. Bei Schwenks entstehen typische Warp-Effekte an den Bildrändern. Das System eignet sich besonders für Landschaftsaufnahmen und actionreiche Sequenzen.
Vergleich & Alternativen
Konkurrenzprodukte sind Cooke Anamorphic, ARRI Master Anamorphic und Hawk V-Lite. Panavision vermietet ausschließlich, während andere Hersteller auch verkaufen. Digital-Cinema-Kameras wie ARRI Alexa oder RED können anamorphotische Looks auch durch Sensor-Cropping simulieren. Spherical-Objektive mit 2,39:1-Crop bieten weniger charakteristische Optik, aber einfachere Handhabung. Vintage-Panavision-Linsen aus den 1970ern sind für ihren warmen, weichen Look begehrt, moderne G- und H-Serien bieten höhere Schärfe und weniger Verzerrung.