Halbscrim mit offenem Ende — dämpft das Licht nur teilweise und erzeugt einen weichen Übergang zwischen gedämpftem und ungedämpftem Bereich.
Technische Details
Offene Scrims werden in Standardgrößen von 6", 8", 10" und 12" Durchmesser gefertigt, entsprechend den gängigen Scheinwerfergrößen. Die Zylinderlänge beträgt typischerweise 15-25cm. Das Mesh-Gewebe hält Temperaturen bis 180°C stand und wiegt zwischen 40-120g je nach Größe. Erhältlich sind Single Scrim (-0,3 Stops), Double Scrim (-0,6 Stops) und Triple Scrim (-1,2 Stops). Die Befestigung erfolgt über Federklemmen oder Magnethalterungen direkt am Scheinwerfergehäuse. Hochwertige Varianten verfügen über verstärkte Kanten aus Drahtgeflecht.
Geschichte & Entwicklung
Die ersten Open End Scrims wurden 1955 von der Firma Matthews Studio Equipment für Hollywood-Produktionen entwickelt. Vorbild waren die starren Scrim-Rahmen aus dem Theater, die jedoch für die mobile Filmproduktion unpraktisch waren. 1962 führte Mole-Richardson die magnetische Befestigung ein, die das Handling erheblich vereinfachte. In den 1980er Jahren kamen hitzebeständigere Materialien auf den Markt, die den Einsatz an 10K-Scheinwerfern ermöglichten. Moderne LED-Panels haben den Bedarf reduziert, Scrims bleiben jedoch Standard bei Tungsten- und HMI-Leuchten.
Praxiseinsatz im Film
Offene Scrims finden Anwendung bei der graduellen Lichtreduzierung ohne Farbtemperaturänderung, etwa bei Tageslichtaufnahmen mit zu hellem Sonnenlicht. In "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins Double Scrims an 18K-Scheinwerfern für die diffuse Beleuchtung der Innenräume. Der Workflow umfasst die direkte Montage am Scheinwerfer vor dem Einschalten, da nachträgliches Anbringen bei heißen Leuchten das Material beschädigt. Vorteile sind die gleichmäßige Lichtverteilung und der geringe Platzbedarf. Nachteile zeigen sich in der begrenzten Kontrolle über Lichtrichtung und dem Risiko von Hitzeschäden bei unsachgemäßer Anwendung.
Vergleich & Alternativen
Offene Scrims unterscheiden sich von Silk-Diffusoren durch ihre zylindrische Form und direkte Scheinwerfermontage. Im Gegensatz zu ND-Filtern verändern sie zusätzlich die Lichtqualität durch Diffusion. Moderne Alternativen sind dimmbare LED-Panels und elektronische Shuttersysteme. Single Scrims eignen sich für geringfügige Anpassungen, Double Scrims für mittlere Korrekturen und Softboxes für starke Diffusion mit Richtungskontrolle. Bei HMI-Scheinwerfern über 6K werden zunehmend externe Diffusionsrahmen bevorzugt, da diese größere Lichtflächen erzeugen.
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