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One-Sheet
Theorie · Begriffe

One-Sheet

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Murnau AI illustration
concept flat character round character

Standard-Kinoplakat im Format 27x41 Zoll — das klassische Aushangformat für Filmwerbung in den USA.

Technische Details

Ein standardisiertes One-Sheet gliedert sich in sechs Kernbereiche: Titel und Genre (10% der Seite), Logline (ein bis zwei Sätze), Synopsis (200-300 Wörter), Hauptcharaktere (100-150 Wörter), Zielgruppe und Marktpotential (50-100 Wörter) sowie Produktionseckdaten mit Budget-Range. Die Schriftgröße beträgt 11-12 Punkt, Zeilenabstand 1,15, Ränder 2,5 cm. Moderne One-Sheets integrieren QR-Codes zu Pitch-Videos oder Mood-Reels. Varianten umfassen das Visual One-Sheet mit Concept Art (30% Bildanteil) und das Market One-Sheet für Filmfestivals mit Vertriebsinformationen.

Geschichte & Entwicklung

1982 führte Paramount Pictures unter Barry Diller das One-Sheet-Format ein, um die Flut an Projekteinreichungen zu strukturieren. Zuvor existierten nur mehrseitige Treatments als Standard. 1995 etablierte sich das Format auch in Europa durch amerikanische Koproduzenten. Mit der Digitalisierung ab 2005 entstanden interaktive PDF-Versionen mit verlinkten Elementen. Streamingdienste wie Netflix entwickelten seit 2018 eigene One-Sheet-Templates mit Algorithmus-relevanten Kategorien (Binge-Potential, internationale Skalierbarkeit).

Praxiseinsatz im Film

Produktionsfirmen wie Constantin Film fordern One-Sheets als Pflichtdokument vor jedem Development-Meeting. Bei "Das Boot" (2018) überzeugte das One-Sheet mit der Logline "Clausewitz trifft auf Das Boot" und Budget-Vergleichen zu ähnlichen Serien. Typischer Workflow: Autor erstellt One-Sheet → Producer überarbeitet Marktdaten → Development Executive präsentiert in 3-Minuten-Slots. Vorteil: Schnelle Entscheidungsfindung, reduzierte Lesezeit. Nachteil: Komplexe Stoffe werden oversimplifiziert, künstlerische Nuancen gehen verloren.

Vergleich & Alternativen

Das One-Sheet unterscheidet sich vom Treatment (8-15 Seiten Ausführlichkeit) und vom Pitch Deck (visuelle PowerPoint-Präsentation mit 10-12 Folien). Während Exposés die künstlerische Vision ausführen, fokussiert das One-Sheet auf kommerzielle Machbarkeit. Moderne Alternativen umfassen Video-Pitches (90 Sekunden) und Proof-of-Concepts. Regel: One-Sheet für erste Kontakte, Treatment für interessierte Produzenten, Pitch Deck für Finanzierungsgespräche. In der Fernsehbranche ersetzen Series Bibles (20+ Seiten) zunehmend One-Sheets bei komplexen Mehrseasonkonzepten.

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