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MOS
Produktion · Begriffe

MOS

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Murnau AI illustration
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Drehtechnik ohne Originalton — die Kamera läuft, aber kein Mikrofon zeichnet auf. Ton wird später in der Postproduktion hinzugefügt.

Technische Details

Bei MOS-Aufnahmen läuft die Kamera mit variabler Geschwindigkeit zwischen 6 und 120 fps, da keine Synchronisation zum Tonband erforderlich ist. Die Klappe wird stumm geschlagen oder durch ein "MOS"-Schild ersetzt. Moderne digitale Kameras markieren MOS-Takes automatisch im Timecode mit einem "M"-Flag. Der Tonmeister zeichnet währenddessen Atmosphäre (Atmo) oder Geräusche separat auf 48kHz/24bit auf, die später im Schnitt unterlegt werden.

Geschichte & Entwicklung

1929 führten deutsche Emigranten-Regisseure wie Ernst Lubitsch den Begriff in Hollywood ein. Bis in die 1960er Jahre war MOS Standard für Actionszenen, da die schweren Blimps (schalldichte Kameragehäuse) bewegliche Kameraführung verhinderten. Mit der Einführung selbstblimpender Kameras wie der Arriflex 35BL (1972) nahm der MOS-Anteil ab. Heute erlebt MOS durch digitale Postproduktion und ADR-Techniken eine Renaissance.

Praxiseinsatz im Film

Actionfilme wie "Mad Max: Fury Road" (2015) drehten 80% der Fahrszenen MOS, da Motorenlärm ohnehin Dialog unmöglich machte. Tanzsequenzen werden standardmäßig MOS zu Playback gedreht, wie in "La La Land" (2016). Naturaufnahmen und Establishing Shots entstehen fast ausschließlich MOS. Stuntsequenzen erfordern MOS, da Sicherheitsausrüstung und Windmaschinen zu laut sind. Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen sind technisch nur MOS möglich.

Vergleich & Alternativen

MOS unterscheidet sich von Playback-Szenen, bei denen Musik oder Dialog vorgespielt wird. Im Gegensatz zu Sync-Sound-Aufnahmen entfällt die Notwendigkeit von Tonangeln und Funkmikrofonen. Wild Track bezeichnet separate Tonaufnahmen am Set ohne Kamera. ADR (Automated Dialogue Replacement) ersetzt nachträglich im Studio aufgenommene Dialoge, während MOS von vornherein ohne O-Ton geplant wird. Bei Low-Budget-Produktionen wird MOS zur Kostenreduktion eingesetzt, da weniger Tonpersonal benötigt wird.

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