Chinesischer Objektivhersteller für manuelle Festbrennweiten — spezialisiert auf lichtstarke Objektive für spiegellose Kameras.
Technische Details
Die Mitakon-Objektive zeichnen sich durch extreme Lichtstärken aus: das Creator 85mm f/1.2, das Speedmaster 50mm f/0.95 und das rekordverdächtige Speedmaster 50mm f/0.7. Letzteres erreicht eine Eingangsblende von T1.0 bei einer minimalen Fokussierung von 50cm. Die Konstruktion basiert auf 9-12 Linsenelementen in 7-9 Gruppen mit mehrschichtiger Nano-Vergütung. Verfügbare Mounts umfassen Sony E, Canon EF/RF, Nikon F/Z, MFT und Fujifilm X. Das Gewicht variiert zwischen 420g (35mm f/0.95) und 950g (135mm f/1.4).
Geschichte & Entwicklung
Gegründet 2013 von Zhongyi Optical Company, etablierte sich Mitakon zunächst mit Speedbooster-Adaptern für spiegellose Kameras. 2015 folgte das erste native Objektiv, das Creator 135mm f/1.4. Der Durchbruch gelang 2017 mit dem Speedmaster 50mm f/0.95 für Sony E-Mount. 2019 präsentierte Mitakon das f/0.7-Objektiv als direkte Antwort auf die legendären Zeiss-Objektive aus Stanley Kubricks "Barry Lyndon". Seit 2021 fokussiert sich das Unternehmen verstärkt auf Cinema-Versionen mit einheitlichen Gehäusen und Zahnkränzen.
Praxiseinsatz im Film
Mitakon-Objektive ermöglichen extremes Available Light-Filmen bei ISO 800-1600 ohne Zusatzbeleuchtung. Das f/0.95 und f/0.7 erzeugen charakteristische Bokeh-Effekte mit starker Freistellung und kreisförmigen Unschärfekreisen. Independent-Produktionen nutzen die Objektive für Low-Budget-Nachtszenen und intimistische Porträts. Der manuelle Fokus erfordert präzise Follow-Focus-Systeme, da die Schärfentiefe bei offener Blende unter 2cm liegt. Typische Workflows beinhalten Fokus-Peaking und 4x-Vergrößerung am Monitor.
Vergleich & Alternativen
Im Vergleich zu Zeiss, Leica oder Canon bietet Mitakon ähnliche Lichtstärken bei einem Zehntel des Preises – das f/0.95 kostet circa 800 Euro versus 4000+ Euro für Konkurrenzprodukte. Die optische Qualität erreicht bei Blende 2.8-4.0 professionelles Niveau, zeigt aber bei Offenblende deutliche Aberrationen und Vignettierung. Sigma Art, Tamron G2 oder Viltrox Pro bieten bessere Schärfeleistung, erreichen jedoch nicht die extremen Lichtstärken. Für kontrollierte Studiobedingungen bleiben etablierte Hersteller die bessere Wahl.