Meike S35 Prime: Günstige chinesische Festbrennweiten für Super35-Sensoren mit manueller Blende und Fokus.
Technische Details
Alle Objektive der S35-Serie verfügen über 13-15 Linsenelemente in 9-11 Gruppen, eine 11-blättrige Irisblende für natürliches Bokeh und einen Fokusweg von 270°. Das Gewicht variiert zwischen 950g (16mm) und 1.200g (100mm). Die Objektive decken einen Bildkreis von 28,5mm ab, womit sie für Super35mm-, APS-C- und Micro-Four-Thirds-Sensoren geeignet sind. Verfügbare Anschlüsse sind PL-Mount, EF-Mount und E-Mount. Die Naheinstellgrenze liegt zwischen 0,3m (16mm) und 0,8m (100mm). Gear-Ringe für Follow Focus befinden sich standardmäßig am Fokus- und am Blendenring.
Geschichte & Entwicklung
Meike Electronics, 2007 in Shenzhen gegründet, konzentrierte sich zunächst auf Objektivadapter und Zubehör für Fotokameras. Mit dem Boom kostengünstiger Filmkameras wie der Blackmagic Pocket Cinema Camera entwickelte Meike 2018 erste Cinema-Prototypen. Die S35-Prime-Serie wurde 2019 auf der NAB vorgestellt und Ende 2019 ausgeliefert. 2021 folgte eine überarbeitete Version mit verbesserter Vergütung und reduzierten Abbildungsfehlern. Seit 2022 ergänzt die S35-FF-Serie für Vollformat-Sensoren das Portfolio.
Praxiseinsatz im Film
Independent-Filmemacher setzen die Meike S35 Primes häufig an Kameras wie der Blackmagic Ursa Mini Pro oder RED Komodo ein. Die Objektive eignen sich besonders für dokumentarische Arbeiten und Low-Budget-Spielfilme, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend ist. Der einheitliche Front- und Gear-Ring-Durchmesser ermöglicht schnelle Objektivwechsel ohne Mattebox-Anpassungen. Schwächen zeigen sich bei extremen Lichtverhältnissen durch Chromatic Aberrations und leichte Vignettierung bei offener Blende. Die mechanische Präzision erreicht nicht das Niveau deutscher oder japanischer Hersteller.
Vergleich & Alternativen
Als Budget-Alternative zu Zeiss CP.3 (ca. 4.500€ pro Objektiv) oder Canon CN-E (ca. 3.000€) kosten Meike S35 Primes etwa 500€ pro Objektiv. Direkte Konkurrenten sind die 7Artisans Vision-Serie und Rokinon Xeen-Objektive. Während etablierte Hersteller durch überlegene optische Qualität und Haltbarkeit punkten, bieten chinesische Hersteller zugängliche Preise bei akzeptabler Bildqualität. Für Produktionen mit höherem Budget bleiben Cooke S4/i oder ARRI Signature Primes die bevorzugte Wahl aufgrund ihrer charakteristischen Abbildungsleistung und Verarbeitungsqualität.