LTM Luxarc: HMI-Tageslichtscheinwerfer von Lighting Technology & Media mit hoher Lichtausbeute für Außenaufnahmen.
Technische Details
LTM Luxarc-Scheinwerfer sind in Leistungsklassen von 200W bis 18.000W erhältlich, wobei die gängigen Modelle 575W, 1200W, 2500W und 4000W umfassen. Ein 2500W Luxarc erzeugt etwa 200.000 Lumen bei einem Stromverbrauch von 21 Ampere. Die Geräte verwenden Fresnel-Linsen mit Durchmessern zwischen 4 und 12 Zoll und bieten einen Abstrahlwinkel von 12° bis 65° (Spot zu Flood). Das Kühlsystem arbeitet mit axial angeordneten Lüftern, die Betriebstemperaturen unter 85°C halten. Ballast-Vorschaltgeräte (Electronic Ballasts) regulieren die Zündung und den Betrieb der Entladungslampen bei Frequenzen von 200Hz oder höher für flimmerfreie Aufnahmen.
Geschichte & Entwicklung
LTM entwickelte die ersten Luxarc-Modelle 1982 in München als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach tageslichtäquivalenten Lichtquellen im Filmbereich. Die HMI-Technologie selbst stammt von OSRAM (1969), doch LTM optimierte die Scheinwerfergehäuse für Filmproduktionen. 1987 führte LTM elektronische Vorschaltgeräte ein, die das charakteristische 50Hz-Flimmern eliminierten. Die Luxarc-Serie etablierte sich besonders in Europa und wurde ab 1995 auch in Hollywood-Produktionen eingesetzt. Moderne Versionen integrieren DMX-Steuerung und Silent-Ballasts für geräuscharmen Betrieb.
Praxiseinsatz im Film
Luxarc-Scheinwerfer dienen primär als künstliche Sonnenersatzquellen bei Außenaufnahmen oder zur Simulation von Tageslicht in Innenräumen. Bei "Das Boot" (1981) setzte Jost Vacano frühe LTM-Prototypen für die Unterwasserszenen ein. Die hohe Lichtleistung ermöglicht das Ausleuchten großer Sets - ein 4K Luxarc durchdringt Diffusionsmaterial über 6 Meter Entfernung noch effektiv. Typische Setups kombinieren mehrere Luxarc-Einheiten mit Chimera Softboxen oder durch Fenster positionierte Einheiten für natürlich wirkendes Tageslicht. Nachteile umfassen die Aufwärmzeit von 2-3 Minuten und die UV-Strahlung, die Schutzfilter erfordert.
Vergleich & Alternativen
Luxarc-Scheinwerfer konkurrieren mit ARRI M-Series HMIs und Mole-Richardson Daylight-Systemen, unterscheiden sich jedoch durch das modulare Ballast-System und die europäische 230V-Optimierung. LED-Panels wie ARRI SkyPanel oder Litepanels Gemini ersetzen zunehmend HMI-Technik durch geringeren Stromverbrauch, sofortige Einsatzbereitschaft und variable Farbtemperatur. Luxarc bleibt jedoch bei Anwendungen mit extremen Lichtanforderungen relevant - die Lichtausbeute pro Watt übertrifft aktuelle LED-Systeme um den Faktor 2-3. Plasma-Lights wie K5600 Joker bieten ähnliche Leistung bei kompakterem Design, erreichen aber nicht die Luxarc-Lichtmenge bei Großproduktionen.
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